Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 18. Juli 2019

Ausgabe vom 29. Juni 2004

Vorerst kein Jawort im Rathaus

Getraut wird weiterhin im Standesamt - Bürgerschaft lehnte Antrag der SPD ab

3340101.jpg
Rund 1300 Paare heiraten in Lübeck jährlich  die meisten wie Birte Simon und Michael Kowalski am vergangenen Freitag in der Lindeschen Villa.; Foto: Neubauer

Bürgerinnen und Bürger heiraten weiterhin im Standesamt in der Ratzeburger Allee sowie auch auf der Passat in Travemünde - und das wie gehabt an den Werktagen. Im Audienzsaal des Rathauses , im Holstentor oder im Casino in Travemünde werden Heiratswillige zumindest vorerst nicht den Bund der Ehe schließen. Die SPD, die sich für Trauungen an besonderen Kalendertagen und an besonderen Orten stark macht, überzeugte in der Bürgerschafts-sitzung am vergangenen Donnerstag lediglich die FDP von ihrem Vorstoß. CDUund Grüne hingegen lehnten den Antrag der Sozialdemokraten ab. Sie wollen zunächst die Folgen einer solchen Regelung geklärt wissen und beschlossen daher einen Antrag der CDU, wonach die Verwaltung unter anderem prüfen soll, ob eine Ausweitung der Trauzeiten mit dem geltenden Recht, insbesondere mit dem Arbeitszeitgesetz vereinbar ist und ob eine Ausweitung der Trauorte mit dem jetzigen Personalbestand zu leisten sei. Zudem wollen Christdemokraten und Grüne wissen, welche zusätzlichen Einnahmen durch eine Ausweitung der Trauzeiten und -orte zu erwarten seien.

"Schönes Standesamt"

"Wir haben ein schönes Standesamt, es gibt bereits die Möglichkeit zwei Mal in der Woche auf der Passat zu heiraten", sagte Bernd Möller von den Grünen. Die Eheschließung sei per Definition eine Familienver-anstaltung, "wir sollten sie nicht zu einem Event verkommen lassen". Seine Fraktion begrüße daher den Antrag der CDU. Barbara Scheel (SPD) warnte jedoch davor, eine gute Idee "bürokratisch zu zerreden".

Stätte Edvard Munchs

Bisher können sich Paare in der Hansestadt Lübeck entweder in der Lindeschen Villa oder an zwei Tagen, das heißt montags und dienstags, ab 15 Uhr, auf der Viermastbark Passat trauen lassen. Nach Angaben des Standesamtes gehen jährlich rund 1300 Paare in der Hansestadt den Bund der Ehe ein, 30 von ihnen auf der Passat. "Bei unserem Standesamt handelt es sich um ein architektur- und kunsthistorisch relevantes Gebäude, um das uns viele andere Standesämter beneiden", meint Hans-Joachim Glaser, stellvertretender Leiter des Bereichs. Der klassizistische Bau wurde 1804 von einem dänischen Architekten errichtet. Den Namen Lindesche Villa hat das Sommerhaus von dem Augenarzt Dr. Max Linde, der sich hier niederließ. In der Lindeschen Villa entstanden zudem Werke des berühmten norwegischen Malers Edvard Munch.

Zurück zur Übersicht

 
Jetzt Werbung schalten auf www.luebeck.de