Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 22. Juli 2019

Ausgabe vom 27. September 2004

Auch das Etikett der Eigenheimfeindlichkeit klebt fest

FDP

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Autor: Dr. Michaela Blunk

V.i.S.d.P: Dr. Michaela Blunk

1000 freie Grundstücke wundern niemanden, der den Exodus aus Lübeck - schon vor der Wende - verfolgt hat. Die aktuelle Situation ist nur eine Seite der Medaille. Als liberale Fraktion müssen wir immer wieder rot-grüne, manchmal auch schwarze Ablehnung von Eigentum bekämpfen und uns dem absurden Vorwurf des schnöden Mammons aussetzen. In unserer Stadt haben Rot-Grün mit einer ebenfalls überzeugten oder instruierten Verwaltung über Jahre den Wunsch nach einem Eigenheim verteufelt. Künstlicher Mangel sollte tatkräftige und erwartungsfrohe Hausbauer in Wohnblocks zwingen, wo sie ein gutes Gewissen entwickeln und deshalb glücklich werden sollten. Statt dessen sind auch diese Erziehungsopfer in die Randgemeinden geflohen. Außerdem wird seit Jahren mit "gebrauchten" Eigenheimen ein privater Generationenvertrag eingelöst. Die "Auswanderer" werden nicht nach Lübeck zurück kommen. Deshalb wird die FDP die Bauinteressenten in der Stadt zu überzeugen suchen, dass ein Eigenheim gerade heute eine lohnende Geldanlage ist. Die Fraktion wird prüfen lassen, ob und welche weiteren Erleichterungen für private Bauherren noch möglich sind. Wir werden auch fordern, dass die Informationspolitik - nicht nur der HEG - verständlich wird. Der normale Bauinteressent konnte z.B. nicht erkennen, dass im Hochschulstadtteil nur die "Zwischenträger" zugegriffen hatten. Es war vermutlich zumindest auch irritierend oder sogar abschreckend, dass ungewollt der Eindruck entstand, dass dort nur Akademiker genehm seien. Die FDP-Fraktion wird nachfassen, damit die Grundstücke nicht 25 Jahre auf die nächste Generation von Bauwilligen warten müssen. Wie am Beispiel "Innenstadtverkehr" erleben wir, wie langlebig ein einmal angeklebtes Etikett ist.

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