Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 17. Juli 2019

Ausgabe vom 05. Oktober 2004

Die Vielfalt der Region

Die Ausstellung im Rathaus soll im kommenden Jahr wiederholt werden

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Wolfgang Nagel (Bereich Naturschutz), Landwirt Hubert Hümme und Dietmar Lippke (Koordinator des Tages Region Schleswig-Holstein) präsentierten ihre Projekte im Rathaus; Foto: R. Bartsch

20 Aussteller aus der Region Lübecker Bucht stellten vergangene Woche ihre Projekte aus den Bereichen Landwirtschaft, Umweltbildung, sanfter Tourismus und erneuerbare Energien im Lübecker Rathaus vor. An drei Tagen konnten sich Besucher über die Vielfalt der Region informieren. Reinhold Hiller, erster stellvertretender Stadtpräsident, war am Eröffnungstag extra früher gekommen, um sich die Ausstellung anzusehen und war begeistert: "Unglaublich vielfältige Ressourcen sind hier zusehen." Besucher könnten sich vor Ort mit der Region auseinandersetzen.

"Wir sind einigermaßen zufrieden", zieht Dr. Ralf Eisenbeiß, Regionalmanager der Regionalpartnerschaft Lübecker Bucht eine erste Bilanz. Es sei schwierig eine neue Veranstaltung zu dieser Jahreszeit zu etablieren. "Doch das Rathaus ist der richtige Ort, um den ländlichen Raum zu präsentieren", sagt Eisenbeiß. Das Konzept sei richtig. Allerdings gäbe es Überlegungen, die Veranstaltung im nächsten Jahr auf das Wochenende zu verlegen, um mehr Menschen den Besuch zu ermöglichen.

Die Ausstellung befaßte sich mit vier Themenschwerpunkten. So präsentierten Erzeuger aus der ganzen Region ihre Produkte und klärten die Verbraucher über die Kennzeichnung von Lebensmitteln auf.

Umweltbildung und Kultur sowie sanfter Tourismus waren zwei weitere Schwerpunkte. Großen Zuspruch fand der Themenabend zum sanften Tourismus. Rund 50 Personen nahmen an der Diskussion teil. "Man merkte, daß sich bereits viele Menschen mit diesem Thema auseinandersetzen und es in der Bevölkerung auf großes Interesse stößt", sagt Eisenbeiß.

Strom vom Landwirt

Im Themenbereich erneuerbare Energien konnten sich die Besucher darüber informieren, wie die energetischen Ressourcen der Region schonend und nachhaltig genutzt werden können. Landwirte, Vereine und der Bereich Stadtwald stellten ihre unterschiedlichen Projekte vor.

Besonderes Interesse weckte bei den Besuchern das Vorhaben des Landwirtes Hubert Hümme aus Behlendorf. Rund 70 Hektar bewirtschaftet er im Kreis Lauenburg. Um dem ständig steigenden Kostendruck und Rationalisierungszwang entgegenzuwirken, setzt er nicht auf eine ständige Effizienzsteigerung der Produktion, sondern auf die vollständige Nutzung seiner Produkte - der kompletten Abfallverwertung.

Zu diesem Zweck plant er auf seinem Hof ein ökologisches Kraftwerk zu bauen, daß mit Pflanzen aus dem Bioanbau Energie erzeugt. "Damit wären alle Kreisläufe geschlossen, der jeweils entstehende Abfall einer Produktion ist der Grundstoff für die nächste Nutzung", erklärt Hümme das Konzept. Beispielsweise würde als Zweitfrucht im Herbst geernteter Klee bei der Vergärung Biogas liefern, daß wiederum zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt wird. Gleichzeitig entsteht Kompost, mit dem die Felder gedüngt werden. Rund 1,8 Millionen Euro will der Landwirt in die Anlage investieren- rund vier Millionen Kilowatt Strom im Jahr erzeugen. Genug für 5000 Menschen in der umliegenden Gemeinde.

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