Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 17. Juli 2019

Ausgabe vom 05. Oktober 2004

Kurdirektor fällt TravemünderInnen in den Rücken

V.i.S.d.P: Lilo von Holt

Bündnis 90 / Die Grünen

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Autorin: Lilo von Holt

In letzter Zeit häufen sich Beschwerden von Bürgerinnen und Bürgern Travemündes über den ohrenbetäubenden Lärm, den einige hochmotorisierte Rennboote während der ganzen Saison auf der Lübecker Bucht verbreiten. Unsere Fraktion ist wegen dieser absolut vermeidbaren Lärmquelle in Verhandlungen mit dem Kieler Innenministerium und dem Bundesverkehrsministerium eingetreten.

Auch die Lübecker Nachrichten haben sich der Sache angenommen, was den Travemünder Kurdirektor Uwe Kirchhoff veranlasste, das Problem im Interview klein zu reden. Es war zu lesen: Herr Kirchhoff sehe "keinen zwingenden Handlungsbedarf". Den sehen die GRÜNEN aber ganz entschieden. Aufgrund seiner verharmlosenden Aussage haben wir Herrn Kirchhoff im Ausschuss für den Kurbetrieb um eine Stellungnahme gebeten.

Es ist ganz unmöglich, dass gerade ein Kurdirektor sich so unsensibel zeigt gegenüber zahlreichen Protesten aus der Bevölkerung. Wie sehr das Thema die Menschen in unserer Region bewegt, zeigen die Leserbriefe dazu in den Lübecker Nachrichten.

Auch anderen Fraktionen in der Bürgerschaft scheint bekannt zu sein, dass die röhrenden Rennboote viele Menschen quälen. In einem Kurort haben EinwohnerInnen und Gäste gleichermaßen den berechtigten Anspruch auf Lärmbegrenzung.

Wir wissen, dass das Kieler Innenministerium an einer neuen Immissionsschutzverordnung für Motorboote arbeitet, die uns von der Belastung befreien würde. Gleichzeitig haben wir aus Kiel erfahren, dass die Umsetzung der neuen Regelung nur dann schnell kommen kann, wenn die Betroffenen vor Ort mitarbeiten.

Andere Kurdirektoren haben sich bereits über den unnötigen und unzumutbaren Lärm der Rennboote beschwert. Warum also zieht Herr Kirchhoff hierbei nicht mit?

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