Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 16. Juli 2019

Ausgabe vom 19. Oktober 2004

Der Herrentunnel und die Maut

Gebühren werden im Frühjahr vom Gesetzgeber fest gelegt - Unmut der Bürger

3500101.jpg
Noch ist hier eine große Baustelle: Der Herrentunnel; Foto: Herrentunnel GmbH

Im Sommer des nächsten Jahres soll es so weit sein: Das deutschlandweit zweite Tunnelprojekt dieser Art (nach Rostock) öffnet seine Pforten zum 31. August 2005. Und ab diesem Tag müssen Autofahrer blechen: "Wir wollen eine Mautgebühr erreichen, die deutlich unter einem Euro liegt. Doch letztlich hat das Bundesministerium das Wort und legt per Gesetz die Mautgebühr fest", offenbart Harald Haaker, Marketing-Manager von der Herrentunnel Lübeck GmbH.

Und die Gebühr werde nach diversen Fakten, wie die Nutzung des Tunnels, berechnet. "Weder unsere Firma noch die Stadt hat Einfluss auf die Höhe" bekräfigt der Manager.

Zeit- und Kostenersparnis

Dass die ursprünglich geplanten 50 Cent nicht ausreichen, begründet Haaker mit den damaligen DM-Zeiten, die Werte seien anders gewesen und Tunnelunglücke in Europa hätten die Sicherheitsvorschriften, und damit die entsprechenden Kosten, erhöht. "Wir sind `nur' ausführendes Organ, das für den Bau des Tunnels verantwortlich ist", wehrt sich Haaker gegen den Unmut des Volkes, der in diesen Tagen für ihn und seine Mitarbeiter vermehrt zu spüren ist (siehe Grafik unten).

Der Herrentunnel, der die marode Herrenbrücke ablösen soll, wird eine Länge von 790 Meter haben (die gesamte Konzessionsstraße ist zwei Kilometer lang) und es werden pro Fahrtrichtung fünf Fahrspuren zur Verfügung stehen.

Die Herrenbrücke passieren pro Tag mehr als 40.000 Fahrzeuge, für den Tunnel stehen die Diagnosen bei etwa 35.000. "Ein Grund, warum weniger Fahrzeuge den Tunnel nutzen werden, ist auch die ab Dezember gute Anbindung an die A20", so Haaker. Und natürlich, dass Autofahrer keine Maut zahlen wollen. "Doch die bezahlen für die Zeitersparnis, die der Tunnel bietet".

Laut eigenen Berechnungen brauche der Fahrer für alternative Routen doppelte Fahrzeiten und damit auch doppelte Spritkosten. In diesem Fall würde sich die Kostenersparnis der umgangenen Maut quasi durch die höhere Spritkosten aufheben. "Die Tunnelnutzung ist billiger als der Umweg" ist Harald Haakert überzeugt.

Bezahlt wird die Maut später bar am Kassenhäuschen, am Automaten oder mit einem elektronischen Gerät, mit dessen Nutzung die Gebühr um 15 bis 20 Prozent günstiger wird.

Alle Interessierte, sind morgen, am 20. Oktober, herzlich vom Gemeinnützigen Verein Kücknitz e. V. um 19 Uhr im Gemeinschaftshaus Rangenberg, Im Brunskoog 61, zur Diskussion und Aufklärung um die Herrentunnelmaut eingeladen.

Zurück zur Übersicht

 
Jetzt Werbung schalten auf www.luebeck.de