Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Sonntag, 21. Juli 2019

Ausgabe vom 29. März 2005

Vorsicht beim Fahren ist geboten

Trotz spätem Frühling: Kröten und Frösche wandern jetzt wieder

Auch wenn der Frühling 2005 etwas verspätet Einzug hält, so hat jetzt bei der anhaltend milden Witterung wieder die Amphibienwanderung begonnen. Darauf weist der Bereich Naturschutz der Hansestadt Lübeck hin. Autofahrer werden daher gebeten, aufmerksam zu fahren und die entsprechenden Verkehrshinweise sowie Geschwindigkeitsbegrenzungen zu beachten. Auch auf die Amphibienhelfer sollten die Verkehrsteilnehmer Rücksicht nehmen, denn die ehrenamtlich Tätigen halten sich jetzt häufig an den Schutzzäunen auf, um Kröten, Frösche und andere Amphibien zu retten.

Die Kröten und Frösche wandern in den kommenden Wochen wieder zu ihren angestammten Gewässern, um sich dort zu paaren und abzulaichen.

Traditionelle Wanderwege

Da einige Lübecker Straßen traditionelle Wanderwege der Amphibien kreuzen, werden leider in jedem Jahr viele Tiere totgefahren oder verletzt. Gefahrenschwerpunkte sind zum Beispiel die Wesloer Landstraße in Höhe des Deepenmoors sowie die Straße durch das Schlutuper Industriegebiet östlich des Deepenmoors. Dort bemühen sich ehrenamtliche Helfer des Naturschutzbundes (NABU) gemeinsam mit Zivildienstleistenden des Bereiches Naturschutz der Hansestadt Lübeck, die Amphibienverluste durch Aufstellung eines Schutzzaunes und tägliche Betreuung möglichst gering zu halten. Durch die jährliche Hilfsaktion konnte das Aussterben der Kröten und Frösche im Bereich des Deepenmoors bis jetzt erfolgreich verhindert werden. Allerdings ist der Einsatz von Amphibienzäunen langfristig keine ideale Lösung, denn er ist sehr arbeitsaufwendig und kann auch nicht alle Tiere vor dem Verkehrstod retten.

Geplante Umgehungsstraße

Der Bereich Naturschutz der Hansestadt Lübeck setzt sich daher dafür ein, dass Amphibienwanderungen bereits bei der Planung neuer Straßen, zum Beispiel bei der geplanten Umgehungsstraße Schlutup, berücksichtigt werden, um "Todesfallen für Amphibien" zu verhindern. Jeweils bis zu 4.000 Tiere wurden in jedem Jahr vor dem sicheren Tod auf der Straße bewahrt. So ist bei der geplanten Umgehungsstraße in Schlutup vorgesehen, die Straße mit Amphibientunneln auszustatten und den Wesloer Weg nach Fertigstellung der Umgehungsstraße zurückzubauen. Autofahrer können zum Schutz der Frösche und Kröten beitragen, indem sie abends und nachts auf den Straßen, speziell rund um das Deepenmoor, besonders vorsichtig fahren. Mit wandernden Amphibien ist besonders abends bei wärmeren Temperaturen über fünf Grad und bei Regen zu rechnen. Wer gern aktiv mithelfen möchte, kann sich an den NABU wenden, Telefon 04502/71701.

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