Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 22. Juli 2019

Ausgabe vom 29. März 2005

AUSSCHREIBUNG einer MACHBARKEITSSTUDIE

für den Aufbau und Betrieb eines

NATURERLEBNIS-PARKS IM STADTWALD LÜBECK

nach der Verdingungsordnung für freiberufliche Leistungen (VOF)

1. Gegenstand der Ausschreibung

Die Hansestadt Lübeck (215.000 EinwohnerInnen) bewirtschaftet rd. 5.000 Hektar Wald. Sie beabsichtigt, in diesem Wald ein Erlebniszentrum mit regionalem und überregionalem Einzugsbereich als Private-Public-Partnership-Aktion einzurichten.

Die Machbarkeitsstudie soll begründete Entscheidungshilfen geben für EntscheidungsträgerInnen in Politik und Verwaltung, mögliche InvestorInnen und VertreterInnen des nicht-amtlichen Umwelt- und Naturschutzes (NRO).

Die Vorschläge der Studie müssen sich in die bestehende Konzeption der "Naturnahen Waldnutzung" im Lübecker Stadtwald einfügen, in der sich die Wälder weitgehend natürlich entwickeln können, und in dem Nutzungen den naturnahen Charakter der Wälder nicht gefährden dürfen.

2. Besondere Aspekte von Interesse

Die Machbarkeitsstudie soll insbesondere die folgenden Aspekte erläutern:

2.1 Analyse und Bewertung bereits bestehender Naturerlebnisparks in Deutschland und in angrenzenden Ländern hinsichtlich Zielsetzung, Ausstattung, Organisations- und Rechtsform, BesucherInnenstruktur und -zahlen sowie Wirtschaftlichkeit.

2.2 Erarbeitung und Begründung eines spezifischen Konzeptes für den Naturerlebnispark in Lübeck unter Beachtung der Grundsätze des Konzeptes der "Naturnahen Waldnutzung", des Leitbildprozesses "Zukunft Lübeck" und der Verpflichtungen aus der kommunalen "Agenda 21".

Das Konzept soll inhaltlich erläutert werden und relevante Elemente wie Infrastruktur und Einrichtungen einschl. Gastronomie umfassen sowie Dienstleistungen und sonstige Angebote. Auch soll die grundsätzliche Genehmigungsfähigkeit der vorgeschlagenen Elemente geprüft werden.

2.3 Analyse und Darstellung der Wirtschaftlichkeit des Naturerlebnisparks einschl. Investitionen, Förderungsmöglichkeiten, Betriebskosten, Umsätze und Gewinnaussichten.

Es werden sowohl Vorschläge für eine anfängliche Minimalausstattung (break even point) als auch für einen späteren weiteren Ausbau erwartet. Außerdem sollen Vorschläge für geeignete Betreibermodelle und deren Organisations- und Rechtsformen gemacht werden.

2.4 Identifizierung und Kontaktaufnahme mit geeigneten KooperationspartnerInnen für ein späteres inhaltliches und räumliches Netzwerk nach Betriebsaufnahme. Diese sind u.a. denkbar bei Wissenschaft und Forschung, Kultur- und Natureinrichtungen, Naturschutzverbänden und auch interessierten Einzelpersonen. Ein besonderes Interesse hat bereits das Museum für Natur und Umwelt von Lübeck angemeldet.

2.5 Aufstellung eines vorläufigen Projektplanes, in dem die inhaltlich relevanten Aspekte zur Umsetzung zusammengestellt werden und eine Zeitplanung vorgenommen wird. Hier sollen auch die Chancen und Risiken der Machbarkeit dargestellt werden.

3. Erwartungen an den/die AuftragnehmerIn

Der Auftrag ist in engem Kontakt und in Abstimmung mit dem Auftraggeber durchzuführen. Die AuftragnehmerIn verpflichtet sich, auch nach Abgabe der Präsentationen den Auftraggeber bei bis zu vier Sitzungen und Informationsveranstaltungen zum Thema Naturerlebnispark zu begleiten und zu unterstützen. Zum Abschluss ist eine schriftliche Präsentation in 10 Exemplaren vorzulegen sowie eine optische Präsentation (powerpoint) vorzunehmen und auf Datenträger abzugeben. Die schriftliche Präsentation muss den formulierten Auftrag verständlich, nachvollziehbar und erschöpfend erfüllen.

Die schriftliche Präsentation muss spätestens fünf Monate nach Auftragserteilung vorliegen.

Die AuftragnehmerIn legt nach der Hälfte der Bearbeitungszeit einen schriftlichen Zwischenbericht vor, aus dem die bisherigen Ergebnisse sowie die Perspektiven und die Planung für die verbleibende Bearbeitszeit ersichtlich sind. Von der Beurteilung dieses Zwischenberichtes durch die Finanzierer und dem Auftraggeber hängt es ab, ob der Auftrag fortgesetzt und die Finanzierung der zweiten Hälfte der Auftragssumme erfolgt oder nicht.

4. Erwartungen an die BewerberInnen

Das schriftliche Angebot muss spätestens zwei Wochen nach dem öffentlichen Erscheinen der Ausschreibung beim Auftraggeber vorliegen. Es muss eine Leistungsbeschreibung i.S. der Ausschreibung und ein detailliertes Kostenangebot enthalten.

Die Auszahlung der Vertragssumme ist bei Vertragserfüllung in vier gleichhohen Raten vorgesehen.

Die erste Rate ist fällig bei Auftragsvergabe, die zweite nach der Vorlage eines Zwischenberichts (nach der Hälfte der Bearbeitungszeit). Bei negativer Beurteilung ist der Auftrag vorzeitig beendet.

Bei positiver Beurteilung des Zwischenberichts durch den Auftraggeber wird die dritte Rate des Auftrags gezahlt und die zweite Hälfte des Auftrags ist durchzuführen.

Die vierte Rate ist nach vollständiger Durchführung, einschließlich Vorlage und Präsentation, zur Zahlung fällig.

Das Angebot soll auch eine zeitliche Gliederung der Arbeitsplanung sowie relevante Meilensteine für den Zwischenbericht nach der Hälfte der Zeit umfassen.

Das Angebot muss personelle, wirtschaftliche, planerische und eine naturtouristische Kompetenz der AnbieterIn nachweisen (Referenzliste) und die Namen und berufliche Qualifikation derjenigen Personen angeben, die die Leistung tatsächlich erbringen.

Angebote sind an den Auftraggeber mit folgender Anschrift zu richten, unter der auch nähere Auskünfte und Unterlagen erhältlich sind:

Bereich Stadtwald

Kronsforder Hauptstr. 80

23560 Lübeck

Tel.: 04508 / 7722-0

Fax : 04508 / 7722-90

email: stadtwald@luebeck.de

Zurück zur Übersicht

 
Jetzt Werbung schalten auf www.luebeck.de