Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 16. Juli 2019

Ausgabe vom 12. April 2005

Flinke Mädels und bunte Stoffe

Multikulturelles Projekt im Jugendaufbauwerk BALI für Theater & mehr

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Können, Kreativität und Spaß am Tun steht den deutschen als auch den französischen Mädchen ins Gesicht geschrieben.; Foto: msn

Bunte Stoffe zieren die Räume der Damenschneiderei im Jugendaufbauwerk BALI. Fleißige Hände drapieren Kostüme an Puppen und stecken sie mit Nadeln ab, bis die gewünschte Form sichtbar wird. Lachen hallt durch den Raum.

Die gelöste Stimmung zeugt von dem Verständnis zwischen den deutschen und französichen Mädchen. 16 Gäste der Berufsschule Pierre Doriole, Bereich Textil, aus Lübecks Partnerstadt La Rochelle weilten vergangene Woche in der Hansestadt, um die freundschaftlichen Beziehungen zu pflegen. "Im Mai folgt unser Gegenbesuch", erzählt Andrea Lehnen, Mitarbeiterin in der Schneiderei des BALI.

Die Französinnen im Alter zwischen 18 und 21 Jahren schneiderten zusammen mit ihren deutschen Kolleginnen Kostüme für das Theaterstück "Die kleine Meerjungfrau" für die Formation TanzOrtNord. Bereits in der Vergangenheit begeisterten gemeinsam gefertigte Kostüme das Publikum, beispielsweise im Jahr 2003 mit dem "Orpheus-Projekt" oder der Theaterproduktion "sommer_nachts_träumen", ebenfalls von TanzOrtNord.

"Die diesjährigen Kostüme wurden von der Lübecker Designerin Kirsten Lorenz entworfen", berichtet Andrea Lehnen, die Meisterin in der Maßschneiderei und zusätzlich Gewandschneiderin ist. "Daher die Affinität zum Theater", so die 45-jährige.

BALI steht für Berufsvorbereitungs- und Ausbildungszentrum Lübeck-Innenstadt und ist eine Einrichtung des Jugendaufbauwerkes Schleswig-Holstein. Es existiert seit 1949. Zielgruppe sind junge Frauen ausländischer Herkunft sowie sozial benachteiligte Frauen.

Eine von ihnen ist Tanja Friede. Die 19-jährige schloss die Schule gut ab, wurde jedoch früh Mutter. "Auf normalem Weg fand ich keine Lehrstelle", sagt sie. Die Möglichkeit, im BALI eine dreijährige Ausbildung zur Schneiderin zu absolvieren, findet sie gut. "Ich war mit dabei, wie wir Kostüme für ein Theaterstück für das `theater partout' und zwei Opern der Musikhochschule fertigten", erzählt Tanja. Neben der Schneiderei im Brandenbaumer Feld sollen hier künftig eine Gärtnerei, Küche und eine internationale Begegnungsstätte das Bild abrunden. msn

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