Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Sonntag, 21. Juli 2019

Ausgabe vom 17. Mai 2005

Dänisches Flair auf dem Priwall

Auf 71.000 Quadratmeter sollen sechs "Dörfer" entstehen

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Auf dem Priwall sollen bald erste Luxusferienhäuser entstehen.; Foto: M. S. Niemann

Ein bisschen Dänemark auf den Priwall holen, das möchte Planet-Haus Geschäftsführer Sven Hollesen. Nach langen Verhandlungen und Zustimmung der Bürgerschaft für den Flächenverkauf am 28. April ist der Deal zwischen dem Investor aus Rellingen und der Hansestadt Lübeck nun perfekt: Im Frühjahr 2006 werden erste Bagger auf dem Priwall anrollen, damit bereits zur nächsten Hauptsaison Touristen den dänischen Flair schnuppern können. Bis dahin wird weitergeplant und perfektioniert.

Der Kaufvertrag zwischen Planet-Haus und Lübeck wird in diesen Tagen beurkundet, der städtbauliche Vertrag wurde bereits unterzeichnet. Planet-Haus baute allein in Dänemark in den vergangenen Jahren rund 6.000 Ferienhäuser und ist einer der größten Ferienhaus-Hersteller Deutschlands.

110 Ferienhäuser geplant

Als ein "Premium-Feriendorf" bezeichnete Bürgermeister Bernd Saxe die entstehende Anlage zwischen dem Gelände der Sandworld im Westen und der Wochenendhaussiedlung im Osten.

Insgesamt sollen sechs so genannte Dörfer mit 110 Häusern zwischen 68 und 214 Quadratmeter Größe auf 71.000 Quadratmeter Fläche entstehen. Das Investitionsvolumen beträgt rund 35 Millionen Euro.

Im nächsten Jahr wird mit dem Bau von "Dorf 1" und seinen 19 Häusern im Wert von sechs Millionen Euro begonnen, im Jahr darauf folgt das zweite mit 20 Häusern.

Innerhalb von zehn Jahren sollen alle sechs Dörfer komplett fertig gestellt sein. Für die Grundstücke und die Erschließung der Flächen mit Straßen, Wegen und Grün sowie für die Ver- und Entsorgung bringt die Investorengruppe, zu der IHB Wismar und die Glücksburger Consulting Group zählt, mehr als fünf Millionen Euro auf.

Ganzjährig geöffnet

Um Bedenken kritischer Stimmen zu zerstreuen, versicherte Sven Hollesen, dass auf dem Priwall kein Ferienwohnungsgetto "mit herunter gelassenen Rolläden" entsteht. Im Gegenteil. "Traf man sich sonst in Dänemark, so trifft man sich bald auf dem Priwall", ist Hollesen überzeugt. Die Anlage solle ganzjährig geöffnet sein und ein Treffpunkt für Familien und Freunde werden. Zudem würden alle umliegenden Geschäfte, ob Einzelhandel oder Gastronomie, von Touristen profitieren.

Die Luxusferienhäuser im dänischen Stil sollen komfortabel und großzügig eingerichtet werden, sie sind teilweise ausgestattet mit Schwimmbädern, Whirlpools, Wintergärten, Saunen und allesamt durch den hohen Glasanteil sehr hell. Die Kosten für das "kleinste Haus" (bis zu sechs Personen) liegen in der Nebensaison bei 350 Euro für sieben Tage, in der Hauptsaison bei 750 Euro.

Für das größte und luxuriöseste Haus (bis zu zwölf Personen) werden in der Nebensaison für eine Woche 1.000 Euro, in der Hauptsaison zwischen 2.000 bis 2.500 Euro berechnet. "Luxusferien können sich nicht nur Millionäre leisten, wie an dem Rechenbeispiel zu sehen ist", erklärte der Planet-Haus Geschäftsführer. "Nach der gescheiterten Olympia-Bewerbung 2003 ist der Bau der Ferienanlage nun die Fortsetzung des damaligen Konzeptes", so Bausenator Franz-Peter Boden.

Wirtschaftssenator Wolfgang Halbedel bezeichnete den Bau als "einen Quantensprung nach vorn": "Travemünde soll die Nummer eins der Ostsee werden". Die kommende Eröffnung des A-Rosa-Resorts, der neue Strandbahnhof, der soeben eröffneten Brügmanngarten und das Luxus-Feriendorf seien Mosaiksteinchen auf dem Weg zum Erfolg. msn

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