Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 22. Juli 2019

Ausgabe vom 17. Mai 2005

Eine Oase in der Hektik des Alltags

SPD-Fraktionsmitglied bricht eine Lanze für Lübecks Kleingärten

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Stolz auf die ersten Radieschen: Gerda Schmidt (Mitte) mit ihrem Mann Siegfried (l.) und Erwin Stallbaum.; Foto: M. S. Niemann

Idyllisch sieht es schon von außen aus. Zwei ältere Herren plaudern vor der Gartenhecke, die Gärtnerin entsorgt die pflanzlichen Abfälle, ein Auto mit leerem Anhänger verlässt das Grundstück. Wahrscheinlich hat der Fahrer Pflanzen, Holz oder Sommermöbel für seinen Kleingarten transportiert.

Für bessere Bedingungen

So ein Kleingarten, von denen es in Lübeck 26 gibt, ist doch was Schönes. Dieser Meinung ist auch Erwin Stallbaum, SPD-Fraktionsmitglied und Vorsitzender des Kleingartenausschusses der Hansestadt Lübeck. "Seit 1990 bin ich im Ausschuss, seit 1994 dessen Vorsitzender. Ich kämpfe stetig für bessere Bedingungen der Garten-Pächter", erzählt Erwin Stallbaum beim Gang durch die Anlage des Kleingartenvereins "Am Rittbrock e. V.". Hier startete ein Pilotprojekt: Das Vereinshaus wurde mit einer Versorgungsanlage versehen, so dass die Gartenpächter keine Sorge mehr ihrer Notdurft haben.

Auch wurde in Eigenleistung öffentliches Wasser zu den Gärten gelegt, das nach Verbrauch und Zählerstand abgerechnet wird. "Einzig die Sache mit dem Strom bereitet uns noch Kopfschmerzen", führt Erwin Stallbaum an. Laut dem Bundeskleingartengesetz dürfen die Gärten auch nur als solche genutzt werden, nicht etwa zum Wohnen.

Doch fehlender Strom mache das Leben in so einer Anlage nicht leichter, so Stallbaum. "Es wird Strom zum Heckenschneiden, Gartenmähen, für einen geselligen Abend und vieles mehr gebraucht". Es gebe zwar den so genannten "Säulenstrom", Arbeitsstrom, der eineinhalb Meter bis in die jeweilige Parzelle gelegt ist, um 22 Uhr abgedreht wird und "somit nicht ausreichend" ist.

Aus diesem Grund werde er sich weiter in Politik stark machen, den Kleingärtnern ihr Leben zu erleichtern. "Denn gerade die jungen Leute legen Wert auf Komfort".

Und genau diese Zielgruppe ist es, die der Ausschussvorsitzende und seine Mitstreiter zur Pacht eines Kleingarten animieren möchte. "Viele ältere Ehepaare geben ihren Garten aus persönlichen und Altersgründen auf, jüngere wegen Arbeits- und Wohnungswechsel", bekräftigt Siegfried Schmidt, zweiter Vorsitzender des Kleingartenvereins "Am Rittbrock e. V.". So würden immer mehr Gärten brachliegen. "In unserem Verein existieren 238 Gärten, von den zwölf unbelegt sind. Es gibt andere Vereine, da sieht es weitaus schlimmer aus", erzählt Schmidt, während seine Frau Gerda stolz mit den ersten selbst angebauten Radieschen daherkommt.

Und auch sonst ist der Rittbrock-Verein, in dem sich Arbeiter,

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