Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 19. Juli 2019

Ausgabe vom 21. Juni 2005

Lübeckerinnen sind starke Frauen

Polizei bietet Sicherheits- und Selbstverteidigungstraining an

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Die Schülerin Katrin Müller (15) verteidigt sich erfolgreich gegen einen Störer³. ; Foto: M. S. Niemann

Es kann jeder Frau passieren: Ein unbekannter Typ spricht sie an und belästigt sie. Er wird rabiat, fässt sie an und will sie möglicherweise nötigen, Dinge zu tun, die sie überhaupt nicht will. Eine Horrorvision für viele Mädchen und Frauen. Wie soll sie sich verhalten? Wie kann sie den Nötiger in die Flucht schlagen?

Seit 1996 bietet die Landespolizei Schleswig-Holstein das Sicherheits- und Selbstverteidigungstraining für Frauen an. In Lübeck wird es sehr gut angenommen, wie die Lübecker Polizeioberkommissarin Silke Nürnberg erzählt: "Momentan läuft der 37. Kurs mit der 700. Teilnehmerin".

Silke Nürnberg, gleichzeitig Präventionsbeauftrage der Polizeiinspektion Lübeck organisiert die Kurse und weiß um das Sicherheitsbedürfnis der Frauen: "Leider können wir seit dem vergangenen Jahr nur zwei Kurse pro Jahr, jeweils zehn Doppelstunden, anbieten. Zuvor waren es vier Kurse". Wie so oft in diesen Zeiten sind leere Kassen ein Problem. Gesponsort und damit den Kurs gesichert hat für dieses Jahr der Soroptimist International Lübeck/Bad Schwartau, eine Service-Organisation für berufstätige Frauen. Daneben gibt das Land Schleswig-Holstein finanzielle Unterstützung. "Wir hoffen, dass wir auch für nächstes Jahr Sponsoren finden, um Frauen das Training weiter anbieten zu können", so Silke Nürnberg.

Eine, die den "Mädels" zeigt, wie's geht, ist Trainerin Heike Schmidt. Ihr Mann Mario unterstützt sie in ihrer anspruchsvollen Aufgabe. Im theoretischen und praktischen Teil werden den Teilnehmerinnen Verhaltenstipps und Abwehrmethoden näher gebracht, die Wachsamkeit geschärft, die Stimme und die "Körperwaffen" einer Frau gestärkt. Den Frauen soll bewusst werden, dass sie in Notfällen Hilfsmittel gegen Angreifer einsetzen dürfen und sollen. "Im Kurs selbst merke ich oft, ob einigen Frauen schon was passiert ist", erklärt Schmidt. "Durch das gemeinsame Miteinander merken sie, dass auch sie stark sind und nicht Opfer sein müssen". Toll sei auch die Alterstruktur von 16 bis mehr als 60 Jahren: "Die Jungen profitieren von der Lebenserfahrung der

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