Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 19. Juli 2019

Ausgabe vom 06. September 2005

Lübecks Wahl: Keine klare Entscheidung

Saxe erringt keine Mehrheit - Stichwahl am 18. September - 72.978 gültige Stimmen

3950101.jpg
Treten am 18. September gegeneinander an: Amtsinhaber Bernd Saxe (SPD, re.) und Gegenkandidat Michael Koch (CDU).; Foto: M. S. Niemann

Gebannt verfolgten vorgestern, am Wahlsonntag, Lübeckerinnen und Lübecker zu Hause vor dem Bildschirm, vor dem Radio oder im Großen Börsensaal des Rathauses den Ausgang der Bürgermeisterwahl, die zum zweiten Mal in der lübschen Geschichte direkt war. 173.572 Hansestädter hatten die Wahl, und 73.420 von ihnen nutzten die Gelegenheit, einem der fünf Kandidaten ihre Stimme zu geben. Damit lag die Wahlbeteiligung bei 42,3 Prozent, 1999 waren es 43 Prozent. Nach Abzug von 442 ungültigen Stimmen lag die endgültige Anzahl der Stimmen bei 72.978.

Nach endlos scheinenden Minuten des Wartens kam um 19.50 Uhr das Ergebnis des letzten ausgezählten Wahlbezirkes aus der Rechenzentrale. Und damit war es amtlich, was sich den Wahlabend über bereits abzeichnete: Mit 47,2 Prozent (34.413 Stimmen) schaffte Amtsinhaber Bernd Saxe (SPD) die 50 Prozent-Grenze zur erneuten Amtszeit nicht, sein Konkurrent Michael Koch (CDU) erreichte 24 Prozent (17.530 Stimmen). Somit folgt die Stichwahl am 18. September, bei der sich die Wählerinnen und Wähler zwischen Saxe und Koch entscheiden müssen.

Für viele überraschend konnte der parteiunabhänge Dr. Raimund Mildner 20,5 Prozentpunkte (14.954 Stimmen) für sich verbuchen, danach folgen Susanne Hilbrecht von den Grünen mit 4,6 Prozent (3.380 Stimmen) und Gabriele Meißel (parteilos) mit 3,7 Prozent (2.701 Stimmen).

Optimistisch zeigte sich Bernd Saxe nach Wahlausgang: "Ich bin zuversichtlich, die Stichwahl zu gewinnen". Er erinnerte an die Bürgermeisterwahl 1999, bei der er mit 44,4 Prozent in die damalige Stichwahl mit dem CDU-Kandidaten Hans-Achim Roll ging. "Wir können es schaffen, wir wollen es schaffen und wir erden schaffen", lautete Saxes Botschaft.

Dass es für ihn eine "Zitterpartie" war, gestand Michael Koch offen ein. "Doch es zeichnete sich schnell ab, dass Saxe keine absolute Mehrheit erreicht. Jetzt werden die Karten neu gemischt", so Koch, dem die Aufregung und Freude gleichermaßen ins Gesicht geschrieben stand. Für die Grünen-Kandidaten Susanne Hilbrecht war es "wichtig, als Grüne als Bürgermeister-Kandidatin anzutreten". Gabriele Meißel war etwas enttäuscht ob der wenigen Stimmen, die sie erhielt. Dr. Raimund Mildner zeigte sich hingegen mit seinem dritten Platz zufrieden.

Nun haben also am 18. September noch einmal 173.572 Lübeckerinnen und Lübecker die Wahl, ob sie Bernd Saxe oder Michael Koch ihre Stimme und ihr Vertrauen geben. Da an diesem Tag zeitgleich mit der vorgezogenen Bundestagswahl gewählt wird, rechnet Renate Junghans, Leiterin des Bereiches Wahlen, mit einer deutlich höheren Wahlbeteiligung.msn

Zurück zur Übersicht

 
Jetzt Werbung schalten auf www.luebeck.de