Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 18. Juli 2019

Ausgabe vom 20. September 2005

Jahrelange Warterei hat ein Ende

Die Elektrifizierung der Bahnstrecke Hamburg - Lübeck - Travemünde kommt

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Dietrich Austermann, Angelika Mertens und Hartmut Mehdorn bei der Vertragsunterzeichnung.; Foto: M. S. Niemann

Wirtschaftsminister Dietrich Austermann (CDU) und Dr. Hartmut Mehdorn, Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Bahn AG, kamen zwar mit etwas Verspätung zur Finanzierungsvereinbarung zur Elektrifizierung der Bahnstrecke Hamburg-Lübeck-Travemünde an, doch jetzt hatte die jahrelange Warterei auf Abschluss des Vertrages endlich ein Ende. Angelika Mertens, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesministerium für Verkehr, war die Dritte im Bunde der Unterzeichner und machte die Finanzierung perfekt.

Für Bürgermeister Bernd Saxe und Wirtschaftssenator Wolfgang Halbedel ist ein "wichtiger Schritt zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes Lübeck" getan worden. "Wir haben auf dieses Signal jahrelang gewartet. Gerade für den boomenden Hafen ist es wichtig, dass die Streckenkapazität ausgebaut wird," so Saxe und Halbedel.

"Die Verkehrspolitik hat beständige Wahrheiten. Eine ist, dass eine funktionierende Infrastruktur die Voraussetzung für eine funktionierende Wirtschaft ist", so Angelika Mertens. Dietrich Austermann bezeichnete die Elektrifizierung als "wichtigstes Schienenbauvorhaben in Schleswig-Holstein", dass nun endlich an den Start gehe. Er verspreche sich von der Elektrifizierung erhebliche wirtschaftliche Effekte. "Und ja, ich habe darauf gedrängt, dass der Vertrag noch vor der Bundestagswahl unterzeichnet wird", so Austermann verschmitzt. Alles, was vertraglich in trockenen Tüchern sei, müsse von egal welcher Regierung eingehalten werden.

Dass nach der Ende der Elektrifizierung bis zum Jahr 2015 statt 40 Güterzüge 150 Züge täglich die Strecke Hamburg-Lübeck-Travemünde und zurück passieren, glaubt Hartmut Mehdorn. "Die elektrifizierten Züge sind leistungsfähiger, umweltfreundlicher und schneller". Plangemäß soll Ende 2008 das Vorhaben abgeschlossen sei, mit dem 2006 begonnen wird. Bis Ende 2009 soll im Rahmen der Elektrifizierung dann die Strecke Lübeck-Kücknitz durchgehend zweigleisig sein. "Gerade die LHG braucht für das weitere Wachstum des Skandinavienkais und den neuen Seelandkai unbedingt deutlich höhere Streckenkapazitäten. Die bisherige Eingleisigkeit auf diesem Streckenabschnitt führt schon jetzt zu Engpässen," so Wirtschaftsenator Wolfgang Halbedel. "Das Infrastruktur-Projekt stärkt die Standortattraktivität des Lübecker Hafens enorm", ergänzt Bürgermeister Bernd Saxe. Er freue sich, dass die zahlreichen Gespräche mit der Deutschen Bahn AG (DB AG), dem Land und dem Bund nun das gewünschte Ergebnis gebracht hätten. "Mit dieser Maßnahme wird aber auch der Schienenpersonennahverkehr von und nach Hamburg deutlich in der Qualität verbessert."

Bund, Land und Bahn investieren gemeinsam rund 154 Millionen Euro, es werden zirka 85 Kilometer Strecke elektrifiziert. Auf der Strecke zwischen Schwartau-Waldhalle und Lübeck-Kücknitz wird auf sieben Kilometern das zweite Gleis gebaut. msn

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