Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 22. Juli 2019

Ausgabe vom 15. November 2005

Polizei: Aus Zwei wird Eins

Ab 2006 gilt Polizeireform - Lübeck wird größte Direktion im Land

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Der frisch gebackene Pressesprecher der Lübecker Polizei, Detlef Riedel (li.) Weiter v.l.: Heiko Hüttmann, Holger Dabelstein und Frank Doblinski.; Foto: M. S. Niemann

Seit Anfang November "üben" die Polizeibeamten das, was ab dem 1. Januar 2006 offiziell ist: die Polizeireform. Sie macht in Lübeck aus bisher zwei Führungsebenen eine. Die Polizei-Inspektion und die Polizeidirektion Schleswig-Holstein Süd verschmelzen zur Polizeidirektion Lübeck. "Was über zwei Jahre geplant und besprochen wurde, wird nun Realität", so Heiko Hüttmann, Leiter der Polizeidirektion Schleswig-Holstein Süd und künftiger Chef der Polizeidirektion Lübeck. "Auch die Ostholsteiner Kollegen werden dann hier anhängig sein", erklärt Holger Dabelstein, seit sieben Jahren Leiter der Inspektion in Eutin, die zum Jahresende aufgelöst wird. Ab dem 1. Januar wird Dabelstein Stabschef in Lübeck und der ständige Vertreter Hüttmanns. Der bisherige Leiter der Lübecker Polizei-Inspektion, Jürgen Anhalt, wird Chef der Direktion in Ratzeburg.

Hintergrund der Reform ist die "Verschlankung" der Polizei-Struktur landesweit. Zunächst soll der Mitarbeiterstab um 160 schrumpfen, das Ziel sind jedoch 300. "Der Personalgewinn wird der `Linie' zugute kommen", so Hüttmann. Die Beamten würden dann verstärkt im Einsatz auf den Wachen und der Straße arbeiten. Die Direktion in Lübeck wird mit über 1.100 Mitarbeitern, die zuständig sind für etwa 416.000 Einwohner, die stärkste in Schleswig-Holstein. Allein im Behördenhaus in der Possehlstraße werden 400 Polizeibeamte ihren Dienst verrichten. Im Land wird es künftig neben Lübeck sieben weitere Direktionen geben: in Flensburg, Husum, Neumünster, Itzehoe, Kiel, Bad Segeberg und Ratzeburg.

Durch die Zusammenlegung der Lübecker und Eutiner Inspektionen bekam Pressesprecher Frank Doblinski seit Anfang November Verstärkung in Person seines Kollegen Detlef Riedel. Für Riedel, der bisher im Bereich der Kriminalpolizei arbeitete, ist der Pressejob völlig neu, "doch ebenso spannend", wie er erklärt.

Fast zeitgleich zur Reform der Polizei werden ab März die neuen blauen Uniformen ausgeliefert, die seit vergangene Woche zu bestellen sind. Auch die ersten silber-blauen Autos wurden schon gesichtet.

Doch mit der Polizei-Reform ist das Ende der Veränderungen noch lange nicht abzusehen: "Als nächstes Projekt ist die Einrichtung von vier Großleitstellen in Schleswig-Holstein geplant", weiß Hüttmann. Die so genannten "bunten Leitstellen" beherbergen dann Polizei, Rettungsdienste und Feuerwehren unter einem Dach. Das Projekt, das ebenfalls Personaleinsparungen bringt, soll bis zum Jahr 2010 abgeschlossen sein.msn

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