Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Samstag, 20. Juli 2019

Ausgabe vom 15. November 2005

Wertvolle Schenkung Gemälde kehrt nach Lübeck zurück

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Beeindruckt vom Gemälde der expressionistischen Künstlerin Paula Modersohn-Becker zeigte sich Bürgermeister Bernd Saxe.; Foto: M. S. Niemann

Ein Privatmann aus Bad Segeberg vermacht der Sammlung des Behnhaus/Drägerhaus eine sensationelle Schenkung: den "Stehenden und knienden Mädchenakt vor Mohnblumen II" der Malerin Paula Modersohn-Becker (8. 2.1876 - 20.11.1907). Mit dem Gemälde, das einen sechsstelligen Wert hat, verbindet sich ein kuriose und his-
torisch interessante Geschichte: Der ehemalige Lübecker Museumsdirektor Carl-Georg Heise plante 1931 für die Overbeck-Gesellschaft die Ausstellung "Vier deutsche Malerinnen" mit Werken von Paula Modersohn-Becker, Clara Rilke-Westhoff, Käte Schaller-Haerlin und Else Wex. Heise wollte damals das Bild Modersohn-Beckers, die mütterlicherseits aus Lübeck stammt, für die Ausstellung erwerben, der Erwerb wurde jedoch durch einen zuvor kommenden Zwickauer Zahnarzt vereitelt. Ein Glücksfall, wie sich heraus stellte, dass Heise das Bild nicht erwerben konnte. Denn die beiden 1921 erworbenen Bilder der Malerin für das Behnhaus wurden 1937 von den Nationalsozialisten "entartet" und beschlagnahmt. Sie befinden sich heute in Privatbesitz.

Das Gemälde ist für zirka zwei Wochen in der Kunsthalle St. Annen in der Ausstellung "Exil und Moderne" zu sehen. Anschließend findet es seinen Platz im Behnhaus/Drägerhaus. msn

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