Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 16. Juli 2019

Ausgabe vom 07. Februar 2006

Alarm zur Schiffsbrandbekämpfung

Senator stolz auf Übungsergebnis der Lübecker Berufsfeuerwehr

Die Verwaltungsvereinbarung der Hansestadt Lübeck mit dem Land Schleswig-Holstein über den Einsatz der Feuerwehr Lübeck bei der Schiffsbrandbekämpfung und technischen Hilfe auf der Seewasserstraße Ostsee vor der Schleswig-Holsteinischen Ostseeküste datiert erst vom 7. Juni 2004. Das bedingte nicht nur die materielle Sonderausstattung, sondern auch die personelle Ausbildung spezieller Kräfte, um diese brisante Aufgabe wahrnehmen zu können.

Nach einer ersten Verladeübung per Hubschrauber zur Verletztenversorgung klingelten nun auch die Alarmglocken bei der Lübecker Berufsfeuerwehr durch das zentrale Havariekommando (HK) in Cuxhaven am Morgen kürzlich mit der Anforderung einer Brandbekämpfungseinheit, also einem Einsatzleiter, einem Gruppenführer und acht Einsatzkräften, mit der Order, diese mit dem Abrollbehälter Schiffsbrand klar zu machen und zu einer Verladung auf dem Gewässerschutzschiff "Scharhörn" am Ostpreußenkai Travemünde abzurücken.

Kurze Verladezeit

Ein Einsatz, für den eine Sollzeit von einer Stunde für das Ausrücken vorgegeben ist, und die - um es vorweg festzustellen - sogleich als Ergebnis hervorragender Vorbereitung auf eine solche Alarmierung lediglich 36 Minuten benötigt wurden. Die Verladezeit auf die "Scharhörn" betrug übrigens ebenfalls lediglich 22 Minuten. Die Sollzeit von einer Stunde mag lang erscheinen, aber - wie Oliver Bäth erklärte - werden erste Brandbekämpfungsmaßnahmen ohnehin zunächst vom Havaristen selbst vorgenommen. In einem Pressegespräch gab Senator Thorsten Geißler voller Stolz dieses gute Ergebnis sowie einen Überblick über die derzeitigen materiellen und personellen Gegebenheiten gemeinsam dem Leiter der Lübecker Berufsfeuerwehr Oliver Bäth sowie dessen Mitarbeitern Andreas Wulf und Michael Gasnick bekannt. Danach beteiligen sich neben Lübeck auch die Städte Kiel, Flensburg und Brunsbüttel an dieser Aufgabe, wobei das HK Cuxhaven darüber hinaus ebenfalls auf Kräfte aus Niedersachsen, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern zurückgreifen kann. Für diesen Zweck hat das Land der Hansestadt Lübeck im Jahre 2004 336.048 Euro für die Aufwendung besonderer Aus- und Fortbildung entsprechenden Personals sowie die Beschaffung und Instandhaltung des Materials für die Schiffsbrandbekämpfung einschließlich des notwendigen Abrollbehälters - Schiffbrand (AB-Schiffbrand) zur Verfügung gestellt. Dieser allein hat einen Wert von 246.000 Euro und beinhaltet 16 Gitterboxen mit feuertechnischer Ausrüstung für die Menschenrettung, spezieller Brandbekämpfung und Technischen Hilfeleistung. Für länger andauernde Einsätze ist sogar zusätzliche Wechselkleidung für die Einsatzkräfte vorhanden. Das dazu erforderliche und mit einem eigenen Hydraulikkran ausgestattete Wechselladerfahrzeug (WLF) wird von der Feuerwehr gestellt. Dieser Kran reicht immerhin aus, um einzelne Gitterboxen bis zu einem Gewicht von 480 Kilogramm selbst auf ein Schiff zu verladen. In den Folgejahren werden weiter jährlich zwischen 100.000 und 127.000 Euro zugewiesen.

Spezialausbildung

Die Feuerwehr Lübeck hält bereits sechs Einsatzleiter, drei Gruppenführer und 32 Einsatzkräfte mit Spezialausbildung für die Schiffsbrandbekämpfung vor. Diese Ausbildung umfasst sogar das Erlernen fachtechnischer Begriffe im Englischen, um sich mit ausländischer Bordbesatzung verständigen zu können. Die Einsatzkräfte können außerdem wegen ihrer damit multifunktionalen Ausbildung alternativ auch als Rettungsassistenten in der Verletztenversorgung auf See eingesetzt werden. Hierfür gibt es allerdings einen gesonderten Vertrag mit dem Land Schleswig-Holstein. Die Rettungsassistenten bilden im Bedarfsfall mit den leitenden Notärztinnen und Notärzten, die vom Universitätsklinikum Lübeck gestellt werden, so genannte Verletztenversorgungsteams.

Hervorragender Stand

Weitere Kräfte der Berufsfeuerwehr haben gerade ihre Spezialausbildung beendet, so dass, wie Oliver Bäth erklärte, die jeweils im Dienst befindlichen Beamten dafür ausreichen. Allerdings wird zusätzlich auf Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr zurückgegriffen, um die Einsatzbereitschaft - wie in diesem Fall der hierfür in Anspruch genommenen Wache IV - sicherzustellen.

"Die gezeigte Leistung bestätigt einen auch hervorragenden Ausbildungsstand bereits nach kurzer Zeit im Rahmen der Schiffsbrandbekämpfung", erklärte der Senator zufrieden. "Immerhin ist das die beste Voraussetzung nicht nur für einen erfolgreichen Einsatz, sondern vor allem eine gesunde Rückkehr der eingesetzten Kräfte. Wobei wir uns natürlich alle wünschen, dass es gar nicht erst zu derartigen Einsätzen kommen möge!"RB

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