Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 24. Juli 2019

Ausgabe vom 07. Februar 2006

SPD erinnert Schlachthofbetreiber an soziale Verantwortung

SPD

V.i.S.d.P. Peter Reinhardt

Die in einer Nacht- und Nebelaktion verkündete Schließung des traditionsreichen Lübecker Schlachthofes zum 28. Februar 2006 darf nicht das letzte Wort sein. Ohne Not wurden damit die über 1 Jahr dauernden intensiven Bemühungen der Verwaltung der Hansestadt Lübeck, den traditionsreichen Schlachtstandort Lübeck zu sichern, zu Nichte gemacht. Verschiedene Alternativen für eine Verlagerung des Betriebes - auch in Zusammenarbeit mit unseren mecklenburgischen Nachbarn - wurden geprüft und auf die Umsetzbarkeit abgeklopft. Ein Jahr Arbeit von Hansestadt und Wirtschaftsförderung war umsonst. Zu dem sind von den Beschäftigten in den vergangenen Monat bereits erhebliche finanzielle Vorleistungen erbracht worden. Wir halten die beabsichtigte Betriebseinstellung für falsch. Für den Standort Lübeck gibt es gewichtige Argumente, die von der Geschäftsführung nicht ausreichend auf ihre Stichhaltigkeit geprüft worden sind. Die Vermeidung unnötiger Tiertransporte und die berechtigte Forderung von Verbrauchern und Verbraucherinnen und Tierschützern, nach erzeugernahen Schlachtkapazitäten ist nicht ausreichend berücksichtigt worden. Die vom holländischen Eigentümer zur Begründung der Schließung herangezogene angebliche Unwirtschaftlichkeit halten wir für an den Haaren herbeigezogen und vorgeschoben. Deshalb unterstützen wir die Forderung der Verwaltung, wie vertraglich vereinbart, den Betrieb durch einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer zu durchleuchten und die Zahlen auf ihre Stichhaltigkeit zu prüfen. Der Vorwurf von Thomas Schalies (FDP) läuft ins Leere: Unzivilisiert handelt nicht derjenige, der um seinen Arbeitsplatz und für seine Familie kämpft, unzivilisiert handelt, wer noch während man verhandelt und um eine vernünftige Lösung ringt, hinter dem Rücken der Verhandlungspartner unumkehrbare Fakten schafft und den Betrieb leer räumt. "Wer kämpft, kann verlieren, wer aufgibt, hat schon verloren!"

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