Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 16. Juli 2019

Ausgabe vom 07. Februar 2006

Niemand soll hungern, keiner soll frieren?

Bündnis 90 / Die Grünen

V.i.S.d.P.: Susanne Hilbrecht

Nach heutigem Verständnis ist die Stromversorgung eine grundlegende Voraussetzung für die Teilhabe am Leben der Gesellschaft. Danach darf die Stromversorgung im Winter nicht eingestellt werden, wenn sie für den Heizungsbetrieb benötigt wird. Die Stadtwerke-Tochter "Energie und Wasser Lübeck" (EWL) kümmert sich bisher jedoch nicht um das Recht auf eine warme Wohnung.

Im letzten Jahr brach das Mahnwesen der EWL zusammen. Säumige KundInnen erhielten keine Mahnungen, keine monatlichen Abschlagsforderungen und keine Informationen über Einzahlungen oder Schulden, dafür begann die EWL am Jahresende Schulden hektisch einzutreiben. Wenn Rechnungen nicht innerhalb von zwei Wochen bezahlt wurden, stellte sie die Stromlieferungen für die säumigen KundInnen ein. Bis Ende Januar waren 1.200 Haushalte ohne Strom ohne Rücksicht darauf, ob die BewohnerInnen in ihren kalten Wohnungen vor sich hin zittern mussten.

Der "Arbeitskreis Soziales" hatte in der Vergangenheit mit den Stadtwerken verschiedene Regelungen zur Vermeidung von Stromsperren für EnergieschuldnerInnen mit geringen Einkommen vereinbart. Die EWL hält bisher diese Vereinbarungen jedoch nicht ein. Selbst ein Beschluss des Aufsichtsrates, die Mahngebühren von 10 auf 3,70 Euro zu senken, hat die Geschäftsführung noch nicht umgesetzt.

Es hat sich gezeigt, dass die Geschäftsführung und der Aufsichtsrat des Stromversorgers allein nicht in der Lage sind, die EWL in ein kundenfreundliches Unternehmen umzugestalten, das Rücksicht auf die Bedürfnisse der wirtschaftlich schlechter gestellten Privatkunden nimmt. Die GRÜNEN haben das Thema auf die Tagesordnung der Bürgerschaft gesetzt und fordern die Stadt als Mehrheitsgesellschafter auf, der EWL entsprechende Anweisungen zu geben.

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