Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 16. Juli 2019

Ausgabe vom 28. März 2006

So schön ist der Audienzsaal

Nach 259 Tagen Arbeit offizielle Einweihung - Filigrange Restaurierung

"259 Tage mussten wir auf den Audienzsaal verzichten - jetzt erstrahlt der repräsentativste Raum Lübecks und Norddeutschlands im neuen Glanze", freute sich Bürgermeister Bernd Saxe (SPD)und Vorsitzender der Stiftung Lübecker Altstadt, vergangenen Freitag zur offiziellen Wiederinbetriebnahme des Saales.

Zur Feierlichkeit erschienen Stadtpräsident Peter Sünnenwold (CDU), Mitglieder des Bundestages aller Parteien, Lübecks Bürgerschaftsmitglieder und Repräsentanten der vier Stiftungen, die die Restaurierung mit Geldbeträgen unterstützten. Insgesamt 533.000 Euro kostete die achteinhalb Monate dauernde Sanierung - etwas länger als ursprünglich geplant. Die Hansestadt Lübeck investierte 210.000 Euro, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die Possehlstiftung und die Gemeinnützige Stiftung Sparkasse zu Lübeck je 100.000 Euro sowie die Stiftung Lübeck Altstadt 25.000 in die Restaurierung.

Die Einzelmaßnahmen, um den Audienzsaal wieder "fit" zu machen, waren folgende: die Restaurierung und Sicherung der historischen Wand- und Deckenmalerei mit Teilfreilegung und Neufassung einschließlich der Stuckarbeiten, die Restaurierung der Möblierung, die Reinigung und Konsolidierung der Wandgemälde, der Einbau von Klima-Split-Geräten zur Verbesserung der Raumklimawerte mit Option zur Kühlung sowie der Einbau von Winterfenstern zur Energieeinsparung und zum Schallschutz. Letzteres soll vor allem bei feierlichen Veranstaltungen und Konzerten im Audienzsaal die Gäste vor der hohen Geräuschkulisse, gerade im Sommer, schützen.

Lübecks "Gute Stube" wurde letztmalig auf Veranlassung des Senates vom 26. Juni 1754 überplant und neu gestaltet. Der Saal erhielt zwischen 1761 und 1765 seine heutige Raumstruktur mit einer Farbfassung nach Vorschlag des damaligen Dresdener Hofmalers Francesco Gandini und den allegorischen Darstellungen des Malers Stefano Torelli in Form der großformatigen Gemälde an den beiden Innenwänden. Nachdem das optische Erscheinungsbild des Saales in den letzten Jahren - auch aufgrund der starken Nutzung - immer desolater wurde, entschied sich die Hansestadt, diesen historischen Raum durch eine umfangreiche Renovierung aufzuwerten: "Trotz der angespannten Haushaltslage schien es uns angemessen, diesen wichtigen Raum herzurichten und `ein paar Euro' zu investieren", so Saxe. Und bereits im Vorfeld des Projektes sicherten die Stiftungen eine umfangreiche Finanzierungshilfe zu. msn

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