Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 18. Juli 2019

Ausgabe vom 28. März 2006

Unifusion gescheitert: 1:0 für Lübeck

V.i.S.d.P: Klaus Puschaddel

CDU

Die erste Etappe ist geschafft, die Landesregierung hat es eingesehen: Die so wichtige Unabhängigkeit der Lübecker Universität bleibt gewahrt. Es ist dem Zusammenspiel von Angehörigen der Universität, Mitarbeitern ebenso wie Studierenden, der Kommunalpolitik, Wirtschaft und Stiftungen zu verdanken, dass der Protest gegen die Fusionspläne Erfolg hatte. Trotzdem ist Vorsicht geboten. Die Landesregierung hat keineswegs ihren Plan aufgegeben, die Universitätslandschaft in Schleswig-Holstein weitgehend zu zentralisieren. Viele Details der zukünftigen Planung sind zudem noch un-bekannt: Wer wird im Universitätsrat sitzen? Wie werden die Vertreter der drei Universitäten miteinander auskommen? Wird die Finanzierungsstrategie des Gemeinsamen Ausschusses Rücksicht nehmen auf regionale Besonderheiten und Verpflichtungen? Es ist nun Aufgabe der Universität, auch langfristig auf die Durchsetzung ihrer Unabhängigkeit zu achten. Dabei ist es wichtig, zukünftig insbesondere die Vernetzung der Universität mit der Region ins Blickfeld zu rücken. Ein Drittel der über 5.000 Beschäftigten von Universität und Uniklinik leben in den Nachbargemeinden. Drei Viertel der Studierenden stammen aus der Region Lübeck. Über 30 norddeutsche Unternehmen außerhalb Lübecks kooperieren mit der Universität. Das ist ein deutliches Zeichen, dass die Universität und ihre Unabhängigkeit über die Interessen unserer Stadt hinausgeht. Je mehr im Norden sich der Unterstützung der Lübecker Uni verpflichten, um so sicherer wird auch ihre Zukunft sein. Eine Grundlage dafür ist der beispiellose Schulterschluss mit der Universität in den letzten Monaten. Wenn die Fusionspläne der Landesregierung ein Gutes hatten, dann dass die Hansestadt Lübeck zum ersten Mal tatsächlich bewiesen hat, dass sie Hochschulstadt ist.

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