Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Samstag, 20. Juli 2019

Ausgabe vom 16. Juni 1998

Theaterporträts

Ungezählte Rollen

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Dagmar Laurens; Foto: TL

Die Schauspielerin Dagmar Laurens

In dieser Rubrik stellen wir jede Woche ein Mitglied des Ensembles am Theater Lübeck vor. Heute: Die Schauspielerin Dagmar Laurens

Als sie vor drei Jahrzehnten nach Lübeck kam, erhielt sie ihre erste Rolle in "Das Spiel von Liebe und Zufall"- und dieser Titel wurde bezeichnend für ein volles Theaterleben. Dagmar Laurens gehört seither zu den Fixsternen am Theaterhimmel der Beckergrube.

Sie durchlief hier alle Stationen von jugendlicher Unbekümmertheit über die großen dramatischen Partien wie in "Maria Stuart" und "Gespenster". Inzwischen hat sie auch das Mutterfach erreicht:"Courage" in der vergangenen, "Angst essen Seele auf" in der gegenwärtigen (die letzten Vorstellungen dieser eindringlichen Inszenierungen laufen) sowie die Golde im Musical "Anatevka" in der nächsten Spielzeit. Ihre Wandelbarkeit, das Vertiefen der Charaktere - auch von der heiteren Seite (etwa in Jan Herchenröders "Pappkameraden") - bis zum Psychothrill (jüngst in "Misery") beeindrucken.

Ungezählte Rollen also. Vor vier Jahren startete sie außerdem noch eine TV-Karriere; spät, aber sehr erfolgreich - und auch als Mutter. Mit der Elisabeth Harsefeld in der ZDF-Serie "Girlfriends" zeigt Dagmar Laurens einem Millionenpublikum ihr rheinisches Naturell - und daß man nur mit seriöser Schauspielkunst den wahren menschlichen Facettenreichtum bringen kann. Jetzt ist aus Mutter Harsefeld auch eine eigenständige Hauptrolle geworden:Auf Mallorca entsteht das große Fernsehspiel "Nach all der Zeit", ihr Partner darin ist Klausjürgen Wussow.

Nach all der Zeit - das ist ein Stichwort für Dagmar Laurens, die sich um die Zukunft des Theaters in der Hansestadt sorgt:"Bloß nicht zumachen!" appelliert sie an Politiker und Publikum angesichts der Folgen, die weitere Sparmaßnahmen nach sich ziehen könn(t)en. Die Bühne ist nicht nur ihr Lebensinhalt, sondern sie weiß auch, daß Theater zur Lebensqualität der Bürger gehört.

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