Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 16. Juli 2019

Ausgabe vom 16. Juni 1998

18. Hansetag in Visby setzte neue Maßstäbe

106 Städte aus elf Ländern schickten 1650 Delegierte nach Gotland - Jugendhanse gegründet

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Tanzen und Feiern: auch das ist die Hanse Königin Silvia von Schweden, Gotlands Präsident Claes-Gäran Nilsson und Hansevormann Michael Bouteiller

Noch nie fand ein Hansetag in Schweden statt und noch nie war eine Zusammenkunft des inzwischen 207 Städte in 14 Ländern umfassenden Bundes aufwendiger organisiert und enthusiastischer gefeiert worden: Als der 18. Hansetag der Neuzeit am Sonntagabend im schwedischen Visby zu Ende ging, war Schwermut angesagt und die Faszination über das Erlebte mit den Händen greifbar. "Die Hanse steht heute für Demokratie, Feste und Feiern, Kultur und wirtschaftliche Entwicklung unserer Städte", zeigte sich Peter Cam-
maert sichtlich bewegt. "Wir sind eine Bewegung von Bürgern ohne Bürokratie, denn wir wollen ein Europa ohne ,Bobos'. Ein Europa in dem wir uns nicht mehr streiten, sondern zusammen etwas bewegen."

Cammaert ist seit Oktober Bürgermeister des holländischen Grenzstädchens Oldenzaal, das 1999 den Hansetag ausrichten wird. Bei der feierlichen Übernahme der Hansefahne aus den Händen von "Vormann" Michael Bouteiller gelobte der agile Holländer, die 19. Neuauflage des Erfolgsschlagers "Hansetag" erneut zu einem großen Erlebnis zu machen. Eine Aufgabe, die angesichts der Leistungen von Visby (gesprochen: Wissbü) Angst machen müßte.

Denn die 22 000 Einwohner große Stadt auf der Insel Gotland hat wieder einmal Maßstäbe gesetzt: 106 Städte aus 11 Ländern hatten rund 1650 Delegierte nach Norden geschickt - Bürgermeister, Abgeordnete, Verwaltungsfachleute und dazu noch rund 1500 mitgereiste Bürger. Allein Soest traf mit über 300 Hanseaten in Visby ein - eine Zahl, vor der sich das 15 Kopf starke Lübeckteam bescheiden ausnahm.

Erstmals tagten in Visby Archivare, die "mit ihrer Arbeit des Dokumentieren, Forschens und Aufbewahrens den Hansebund der Neuzeit erst möglich gemacht haben", wie es Lübecks Archivdirektorin Dr. Antjekathrin Graßmann selbstbewußt formulierte. Sie und ihre Kollegen wollen sich künftig regelmäßig treffen und den Hansetag als Plattform für ihr gemeinsames Arbeiten und Forschen nutzen.

Dies tun inzwischen auch Tourismus- und Wirtschaftsfachleute und die erstmals zusammengekommenen Jugenddelegierten, deren neu gegründete "Youth Hansa" künftig fester Bestandteil des Städtebundes sein wird.

Daneben diskutierte die Hanse Fragen der Stadtentwicklung und -politik und Aspekte der neuen Medien, die künftig stärker genutzt werden sollen. Im Aufbau ist ein Auftritt der Hanse im Internet, der schon im Juli realisiert werden soll und unter der Adresse der http://www.hanse.org zu erreichen sein wird.

Die Hanse ist ein hochvitaler und einmaliger Zusammenschluß, wie die vier Tage in Visby eindrucksvoll bewiesen.

Darauf wird inzwischen auch die

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