Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 22. Juli 2019

Ausgabe vom 16. Juni 1998

Der Anspruch steigt ständig

VHS-Kursteilnehmerinnen qualifizierten sich in der Kindertagesbetreuung

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Die erfolgreichen Tagespflege-Kursteilnehmerinnen; Foto: C. Przywara

Der Fachberater der Kindertagesstätten, Klaus-Dieter Pfeffer, überreichte kürzlich 14 Frauen Zertifikate als Anerkennung für ihre erfolgreiche Mitarbeit. 140 Unterrichtsstunden haben sie seit August 1997 an der Volkshochschule absolviert. Schließlich unterzogen sie sich einer kurzen mündlichen Prüfung zum Thema Tagespflege und einer umfangreichen praktischen Prüfung, bei der sie zeigten, wie sie Kinder verschiedener Altersstufen sinnvoll beschäftigen und gesund verköstigen können. "Die Frauen wollten einfach alles wissen, und das ganz genau", sagte Pfeffer anerkennend über die wissensdurstige Truppe.

Die Gruppe bestand vorwiegend aus Tagesmüttern, die sich für ihre Arbeit weiterqualifiziert haben, und Hausfrauen, die etwas für die Erziehung der eigenen Kinder dazulernen wollten.

Angeboten wurden Referate und Wochenendseminare zu Themen wie Pädagogik, Psychologie, Gesundheit und Recht.

Insgesamt 333 Tagespflegekräfte sind offiziell beim Lübecker Jugendamt gemeldet. "Die Ansprüche der Eltern an die Förderung ihrer Kinder sind gestiegen", so die Beobachtung der Bereichsleiterin Kindertagesbetreuung, Doris Oldenburg. Damit steige auch die Erwartung an die Tagespflege.

Meist sind es Frauen, Tagesmütter, die die Alternative zur Kindertagesstätte bilden. Ihre Schützlinge sind Kinder, die jünger als drei Jahre sind; Kinder, die mit größeren Betreuungsgruppen nicht zurechtkommen oder deren Eltern Arbeitszeiten haben, in denen sie ihr Kind nicht im Kindergarten unterbringen können.

81 Prozent aller Drei- bis Sechsjährigen in der Hansestadt könnten theoretisch einen Kindertagesstättenplatz bekommen. Doch nicht alle Eltern nehmen diesen für ihre Sprößlinge in Anspruch, so daß erfahrungsgemäß ausreichend Plätze zur Verfügung stehen. Aber laut Kindertagesstättengesetz muß die Gemeinde Plätze für jedes Kind vorhalten, auch wenn einmal Engpässe entstehen. Und dann muß es zumindest ausreichend Alternativen geben - vorzugsweise durch Tagesmütter, die sich eine pädagogische Qualifikation erworben haben.

Das Jugendamt vermittelt Tagespflegekräfte. "Wer eine Betreuung für sein Kind sucht, sollte unser Beratungs- und Vermittlungsangebot in Anspruch nehmen", empfiehlt Pfeffer. Entsprechende Referate und Fortbildungsangebote sollen im Herbst fortgesetzt werden. Ein neuer Kurs wird im Frühjahr 1999 angeboten. Wer ihn absolviert, erwirbt die Berechtigung, einen Ausbildungsgang zur sozialpädagogischen Assistentin zu beginnen. Weitergehende Fragen beantwortet Klaus-Dieter Pfeffer unter der Rufnummer 122- 57 12.

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