Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 18. Juli 2019

Ausgabe vom 23. Juni 1998

Die Geschichte wird lebendig

Ein ganz besonderer Festzug zum 150. Lübecker Volksfest

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Kai Riemann am Buddenbrook-Festwagen; Foto: N. Löwe

Anläßlich des 150. Jubiläums des Lübecker Volksfestes, zieht am Sonntag, 28. Juni, ab 14 Uhr, ein Volksfestzug der ganz besonderen Art durch die Straßen der Hansestadt. Angeführt von einer vierspännigen Postkutsche folgt den Schützenvereinen die beeindruckende "historische Festzugsäule": 24 herausragende Ereignisse der Lübecker Geschichte unter dem Motto "De Tied is fri för uns' Demokratie - 150 Jahre lübisches Streben für Freiheit und Menschenrechte".

Zu sehen sind unter anderem: die Lübeck-Büchener Eisenbahn von 1851; die geplante Holstentorsanierung 1863 - ein Maler stellt den Anstrich des Holstentors symbolisch dar;, das Landschaftszimmer aus dem Roman "Buddenbrooks", für den Thomas Mann 1929 den Literaturnobelpreis erhielt; das "Palmarum 1942", die Zerstörung der Marienkirche - der damals zerstörte "Todtentanz" nach Bernt Notke wird in rekonstruierten Bildern vom Gefolge nachgetragen; der "Wiederaufbau" in den Fünfziger Jahren, demonstriert durch den Hausbau der Gesellschaft der Fremden und Einheimischen Maurer und Zimmerer und "Allens is wedder fri" - die Grenzöffnung 1989, mit Fußgängern, Fahrradfahrern und Trabis.

Festzug der historischen Figuren

Die Teilnehmer der historischen Festzugsäule begleiten die einzelnen Geschichtsereignisse in nachgeschneiderten Gewändern, Trachten oder Uniformen . Kombiniert wird der Spaß mit Aktionen von Stadtausrufern, Drehorgelspielern, Spielmannszügen und den Gewerbeschülern der Maler- und Lackiererinnung in Gewändern und Werkzeugen von 1848. Nicht zu vergessen : die leckeren "Bonschers" (Bonbons), gestiftet von den Vereinen.

Gebaut wurden die Festwagen von einem Dutzend Mitglieder des Festzugs-Komitees mit Unterstützung der Werkstatt des Wichernhauses nach Entwürfen der Künstlerin Hertha Brücks aus Bad Schwartau/Pogeez. So ist beispielsweise der Festwagen der "Buddenbrooks" wie eine Faltschachtel zusammenklappbar, um sie andernorts zu Repräsentationszwecken der Hansestadt einsetzen zu können.

Am 28. Juni 1848 versammelten sich die Lübecker auf dem Markt, um gemeinsam auf das erste öffentliche Schützenfest vor dem Holstentor zu ziehen. Per Postkutsche traf die Nachricht vom Sieg der Demokratie in Deutschland ein. Spontan zogen alle versammelten Menschen in einem feierlichen Festzug zum Schützenfest, wo die Verkaufsbuden sie bereits erwarteten.

Das Volksfest vom 26. Juni bis 19. Juli präsentiert aber auch neue High-Tech-Karussells wie "Typhoon" und "Reggae". Erstmals mit dabei sind auch 157 Lübecker Feuerwehrmänner anläßlich des 100jährigen Jubiläums der Berufsfeuerwehr sowie Gäste aus Helgoland, Duisburg und Berlin.

An das 150jährige Jubiläum erinnert die original nostalgische Holz-Hochrutsche "Tobbogan" aus den 20iger Jahren. Jeweils freitags um 22.45 Uhr wird es bunt am Lübecker Himmel: das Höhenfeuerwerk wird abgebrannt.

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