Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Samstag, 20. Juli 2019

Ausgabe vom 11. Juli 2006

Investor für Aqua-Top-Brache

Deutsche Immobilien AG investiert mehr als 40 Millionen Euro für Abriss des Aqua-Top

Das ehemalige Schwimmbad Aqua-Top in Travemünde ist vielen Besuchern des Ostseebades ein Begriff, dient das Gebäude direkt am hoch aufragenden Maritim-Hotel doch auch oft als Treffpunkt. Doch mit dem jahrelangen Leerstand soll es nun ein Ende haben. Mit der Deutschen Immobilien AG hat die Stadt einen Investor gefunden, der nicht nur den Bereich des ehemaligen Schwimmbades sondern das gesamte Gelände am Fuß des 35-stöckigen Viersterne-Hotels neu gestalten will. Mehr als 40 Millionen Euro investiert die Firma, die schon aus dem früheren Kurhaus das Arosa-Ressort machte.

"Wir wollen anstelle des Aqua-Top ein Dreisterne-Hotel und hochwertige Wohnungen bauen. Außerdem soll der Einzelhandel direkt am Strand durch Shops gestärkt werden", sagt Bernd Ruschmeyer von der Deutschen Immobilen AG aus Hamburg. Durch den Abriss des leer stehenden Schwimmbades und der Büros soll die bebaute Fläche an der Strandpromenade kleiner werden und ein Platz entstehen, an dem sich die Besucherströme treffen, die vom alten Ortskern und vom Bahnhof aus zur Nordermole kommen. "Travemünde hat sehr viel Entwicklungspotenzial, das habe ich auch schon 2000 als Begründung für die Investition am Arosa gesagt", so Bernd Ruschmeyer. In Travemünde stecke viel mehr, als in anderen Ostseebädern wie zum Beispiel Timmendorf.

Bernd Ruschmeyer hofft, dass mit den Bauarbeiten für Hotel, Wohnungen und Geschäfte in etwa einem Jahr begonnen werden kann. Der Abriss des Aqua-Top sollte möglichst noch vor Saisonbeginn erfolgen, um die Strandgäste nicht zu stören. Sofern dann alles glatt läuft, soll das neue Haus mit etwa 200 Zimmern 2009 seine Tore für Urlauber öffnen.

Bis dahin könnte sich in die Hotellandschaft in Travemünde schon verändert haben. Denn Bürgermeister Bernd Saxe hört häufig, dass es dem Ostseebad an Bettenkapazität fehlt. "Daher haben wir außer dem Aqua-Top sieben weitere Flächen ausgewiesen, an denen ein Hotel gebaut werden könnte", berichtet Saxe.

So sei am Passathafen Platz und auch das Priwallkrankenhaus könnte ein Hotel werden. Am Fischereihafen wäre ein haus mit maritimem Flair vorstellbar und am Rönnauer Weg würde die Nähre zum Skandinavienkai vorteilhaft für eine Unterkunft, die Geschäftsreisende beherbergt. "Das heißt nicht, dass an allen acht Plätzen Hotels entstehen sollen oder müssen, aber wir möchten diese Flächen der Wirtschaft anbieten", erklärt der Bürgermeis-ter. Vor allem bräuchten die Travemünder Hotels mehr Qualität. "Wir brauchen nicht unbedingt die großen Klopper, sondern moderne schnuckelige Häuser", sagt Wirtschaftssenator Wolfgang Halbedel. Kultursenatorin Annette Borns pflichtet ihm bei: "Kleine Hotels müssen Nischen erkennen und zum Beispiel nutzen, dass sie familiärer sind - aber nicht im Standard der 50er Jahre."

Im Herbst sollen die sieben möglichen Hotelflächen auf dem Markt beworben werden.

mab

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