Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 22. Juli 2019

Ausgabe vom 11. Juli 2006

Schönste Wiesenschaumkrautwiese

Eine Fläche am Elbe-Lübeck-Kanal bei Kronsforde wurde mit dem ersten Preis bewertet

Veit Morgenroth und seine Frau Elsbeth haben die schönste Wiesenschaumkrautwiese im Lübecker Stadtgebiet gefunden. Eine Jury hatte sich für die Fläche am Elbe-Lübeck-Kanal bei Kronsforde entschieden und Umweltsenator Thorsten Geißler überreichte gemeinsam mit dem Fachbereichsleiter Frank Lammert den Preis in Form von zwei Karten für das Lübecker Theater.

Das Ehepaar Morgenroth hatte sich am Wettbewerb des Bereichs Naturschutz beteiligt, mit dem die Vorkommen der Blume des Jahres in der Hansestadt erhoben werden sollten. "Durch den Wettbewerb wissen wir jetzt von 36 Stellen in Lübeck, an denen großflächig Wiesenschaumkraut wächst", sagt Frank Lammert. "Sie gehört zwar nicht zu den gefährdeten Pflanzen, ist aber ein Symbol für große Veränderungen in der Landwirtschaft." Da Bauern immer weniger Feuchtwiesen belassen würden, verschwinde der Lebensraum der Pflanze - und damit auch die Lebensgrundlage vieler Tiere. "Jeder Pflanze können wir zehn spezifische Tiere zuordnen, die nur mit oder auf ihr existieren können. Der Aurorafalter zum Beispiel saugt den Nektar der Blüten und legt seine Eier an das Wiesenschaumkraut", so Lammert. Er berichtete, dass die größten Vorkommen der Pflanze in den städtischen Grünanlagen zu finden sind. Dort wurden auch zeitweise Schilder aufgestellt, mit denen Besucher aufgefordert wurden, das Wiesenschaumkraut auch in ihren Gärten zu vermehren. Der muss nicht gleich zu einer ökologischen Wiese werden, obwohl diese neben 30 bis 40 Pflanzen auch etliche Tiere beheimatet. "Dann würde man auch nicht immer nur die gleichen Schmetterlingsarten sehen", sagt Frank Lammert. Er weiß, dass in den meisten Gärten nur Brennnesselbewohner flattern.

Nachdem der Wettbewerb um das Wiesenschaumkraut beendet ist, interessiert sich der Bereich Naturschutz weiter für Vorkommen besonderer oder seltener Pflanzen im Stadtgebiet. "Dabei geht es uns auch darum, dass die Bürger in die Natur gehen und sich mit ihr beschäftigen", nennt Lammert einen Hintergedanken. mab

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