Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 23. Juli 2019

Ausgabe vom 23. Juni 1998

Dankbar für die Freundschaft

Der israelische Botschafter Avi Primor trägt sich ins Goldene Buch ein

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Mit Dankbarkeit für Ihre Freundschaft, schreibt Botschafter Avi Primor. Bürgermeister Michael Bouteiller (li.), Stadtpräsident Peter Oertling und die Bundestagsabgeordnete Anke Eymer lesen dies mit Freude; Foto: T.Wewer

"Mit Dankbarkeit für Ihre Freundschaft" hat seine Exzellenz, der Botschafter des Staates Israel in Bonn, Avi Primor, in das Goldene Buch der Hansestadt Lübeck geschrieben. Primor feierte auf Einladung der Deutsch-Israelischen Gesellschaft den 50. Geburtstag seines Heimatlandes am vergangenen Dienstag in Lübeck.

Er sei gerührt, wie würdig die Lübeckerinnen und Lübecker mit ihm diesen Feiertag begehen würden, sagte Primor beim Empfang im Rathaus vor Vertretern aus Politik, Kirche und Verwaltung. "Manchmal wird er nicht einmal in Israel so würdig begangen."

Primor sprach sich in seiner Dankesrede für den Fortgang des Friedens-prozesses zwischen Israel und seinen Nachbarn aus: "Solange Palästinenser nicht in Würde leben können, solange werden auch die Juden nicht in Frieden leben können", sagte der Botschafter. "Wir wissen, daß es keine Alternative zum Friedensprozeß gibt. Trotz aller Schwierigkeiten."

Zuvor hatte Bürgermeister Michael Bouteiller seine Freude über den Besuch ausgedrückt: "Sie sind uns sehr herzlich willkommen. Nicht immer sind so viele Gäste anwesend, wenn ein Botschafter zu uns kommt. Dies ist ein
gutes Zeichen."

Bouteiller betonte mit Blick auf die Zeit des Nationalsozialismus, daß man in Lübeck die Vergangenheit nicht verdränge, sondern sie aufarbeite. "Seit fünfzig Jahren arbeiten wir an der Erziehung nach Auschwitz", betonte der Bürgermeister. Städte könnten Staaten unterstützen, um Frieden auf der Welt zu schaffen.

Was Lübeck dazu tun könne, werde getan, unterstrich er.

Im Namen der Deutsch-Israelischen Gesellschaft begrüßte die Bundestagsabgeordnete Anke Eymer (CDU) den Gast aus Bonn.

Starke Wurzeln

Sie betonte, daß die deutsch-israelischen Beziehungen trotz der schrecklichen Vergangenheit starke Wurzeln geschlagen habe. "Eine Fülle von Veranstaltungen in Deutschland, aber auch die außergewöhnliche Intensität, mit der sich die Medien der Staatwerdung und der Entwicklung Israels befassen, sind Ausdruck der Verantwortung und des Interesses an den Beziehungen zwischen Deutschland und Israel."

Ein weiteres sichtbares Zeichen der engen Beziehungen ist der Lübeck-Hain, der im Februar 1999 in der Wüste Negev entstehen soll.

Auf Initiative von Pastorin Ingrid Homann, Beauftragte der nord- elbischen Kirche für christlich-jüdischen Dialog, hatten viele Lübecker Bürgerinnen und Bürger gespendet, damit in Israel

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