Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 16. Juli 2019

Ausgabe vom 23. Juni 1998

"Theater Lübeck steht gut da"

Verwaltungsleiter Peter Skrock bilanziert die Spielzeit 1997/98

Die genauen Zahlen liegen zwei Wochen vor Ende der Spielzeit 1997/98 natürlich noch nicht auf dem Tisch. Aber Verwaltungsleiter Peter Skrock bilanziert für das Theater Lübeck bereits jetzt eine gute Saison:"1996/97 hatten wir ein phantastisches Ist, also unser Soll überschritten. Das war uns Ansporn für diese Saison, das Einnahmesoll zumindest zu halten. Dank eines ausgewogenen, attraktiven Spielplans stehen wir nach unserer vorläufigen Hochrechnung wieder gut da."

Die Trends weisen auf eine Besucher-Auslastung in den Kammerspielen (327 Plätze) von über 80 Prozent, im Großen Haus (792 Plätze) auf gegen 80 Prozent. Das Musiktheater liegt allerdings auch über dieser 80-Prozent- Marge, da die beiden Schauspiel-Produktionen im Großen Haus nicht so gut angenommen wurden.

Wirtschaftsplan wird vorgestellt

Alles in allem also eine "stabile Wirtschaftlichkeit" für das Theater Lübeck, so Skrock; seit Jahresbeginn wird es als GmbH geführt mit Skrock und Generalintendant Dietrich von Oertzen als Geschäftsführern.

Im Aufsichtsrat sind die Partner der Hansestadt die angrenzenden Landkreise Ostholstein, Herzogtum Lauenburg und Nordwest-Mecklenburg sowie die Gesellschaft der Theaterfreunde in Lübeck. In der für diese Woche anberaumten Gesellschaftersitzung wird der Entwurf des Wirtschaftsplans für die kommende Spielzeit vorgestellt und beraten. Außerdem steht die Intendantenfrage auf der Tagesordnung: Soll jetzt noch ein Nachfolger für Dietrich von Oertzen ab Sommer 1999 gewählt oder der Vertrag mit dem amtierenden Generalintendanten um ein Jahr verlängert werden?Senator Ulrich Meyenborg plädiert für die zweite Variante, um bei der Suche nach einem neuen Theaterleiter nicht unter Zeitdruck zu geraten. Die Findungskommission unter Meyenborgs Vorsitz hat dazu geraten.

Es muß weiter gespart werden

Da die Kommune sich auf ein weiteres Einnahme-Minus einstellen und überall Kosten abbauen muß, ist das Theater Lübeck gehalten, in der kommenden Spielzeit erneut rund eine halbe Million Mark einzusparen. "Im Sachkosten-Bereich ist das nicht mehr möglich", erläutert Skrock - also geht es an den personellen. Zwei Positionen werden nicht wieder besetzt: John Grant, der seit 1970 im Lübecker Theater wirkende Ballettmeister (letzte Arbeit war die Choreographie in "Die Fledermaus") wurde soeben in den Ruhestand verabschiedet, und die Arbeit der Schauspieldramaturgin Barbara Gstaltmayr soll künftig auf die Schultern des Geschäftsführenden Dramaturgen An-dreas Strähnz sowie der beiden Musikdramaturgen Dieter Kroll und Karsten Bartels verteilt werden.

"Im künstlerischen Bereich wird nicht gespart", versichert der Verwaltungsleiter. Also wird nach weiteren Einnahmequellen gesucht. Finanziell verspricht sich die Theaterleitung von der Verlängerung der Saison durch das Kabarett-Festival in den Kammerspielen (vom 14. bis zum 31. Juli) jedoch noch nicht sehr viel. Es diene vielmehr, so Skrock, als Test: Wie reagiert das Sommerpublikum in der Hansestadt und Umgebung auf neue Unterhaltungsangebote?

Auch im Konzertwesen wird nach neuen Ufern Ausschau gehalten. Ein erstes Gastspiel der Lübecker Philharmoniker ist im Dezember in Itzehoe bereits fest terminiert. Weitere Möglichkeiten werden zusammen mit der neuen Chefdisponentin, Dr. Margrit Lindner, erkundet: Sie nimmt zunächst die Aufgaben der Position eines Orche-stermanagers wahr, die zwecks besserer Darstellung der Philharmonikerpräsenz geschaffen wurde. Doch Dr. Lindener versieht sie erst probehalber, um zu klären, ob sie diese Zusatzfunktion in ihrem insgesamt großen Aufgabengebiet auch leisten kann.

Ein neues Restaurant

Die jetzige Spielzeit der Ensembles in Kammerspielen und Großem Haus endet am Sonntag, 5. Juli. Die Sommerferien des Theater Lübeck beginnen dann am Montag, 6. Juli. Sie werden auch genutzt, um noch einmal Wartungsarbeiten an der neuen Bühnenmaschinerie des Großen Hauses ausführen zu lassen. Im alten Orchesterprobensaal neben der Kassenhalle sind die Handwerker emsig bei der Umgestaltung, weil hier mit Beginn der nächsten Spielzeit das neue Theaterrestaurant eröffnet werden soll.

Die Jahresprogrammhefte für Theater und die Konzerte 1998/99 sind bereits erschienen und informieren. Das Abonnementsbüro im Theater ist bis zum 3. Juli geöffnet: dienstags bis sonnabends 10 bis 13 Uhr und dienstags bis freitags auch 16 bis 18.30 Uhr.Güz

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