Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Samstag, 20. Juli 2019

Ausgabe vom 23. Juni 1998

Auf einfache Weise sparen

Überlegtes Einkaufen erspart Abfall - Materialien öfter benutzen

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Helge Mühlschlegel, 6, will kein Kunststoffspielzeug; Foto: Privat

"Kunststoffspielzeug will ich nicht", steht für den sechsjährigen Helge aus Lübeck fest. Stattdessen spielt er lieber mit seinem aus altem Draht selbstgebastelten kleinen Fahrrad oder läuft mit seinen selbstgebastelten Stelzen umher: zwei leere Farbbüchsen und zwei Stricke. Helge ist ein Beispiel dafür, daß bereits Kinder den Gedanken der Agenda 21 umsetzen können.

"Kunststoffspielzeug landet häufig in der Sackgasse Restmüll", erläutert Horst Hesse vom Info-Zentrum "Eine Welt" in Lübeck, der zugleich einer von vier Beratern der Teilnehmer der Aktion "Schleswig-Holsteiner Haushalte machen mit" ist. "Die Spielsachen halten meist nicht sehr lange, außerdem bestehen sie häufig aus Mischgewebe, so daß sie auch nicht recycelt werden können." Besser sei daher, wiederverwertbares und haltbares Spielzeug zu kaufen. Da dies zuweilen teurer ist als das herkömmliche, könnte man sich beim Schenken zusammenschließen, etwa bei Geburtstagen, rät Hesse.

Kinderspielzeug aus wiederverwertbarem Material - ein Beispiel für den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen. Noch besser als die Wiederverwertung aber ist die Vermeidung. Jede Konsumentin und jeder Konsument kann dabei seinen Beitrag dazu leisten. Wer Einweg-Plastikbehälter einsparen will, sollte zum Einkaufen lieber eine Plastikdose für Wurst, Käse und ähnlichem mitnehmen.

Beim Einkaufen sollte man auch immer genau überlegen, welche Putzmittel für den Haushalt wirklich notwendig sind. Denn Putzmittel vergiften nicht nur das Wasser, sondern vergrößern durch ihre Verpackung auch die Abfallmenge.

Wer auf Teelichte in Stövchen nicht verzichten will, sollte diese nicht in Alu miniumhülle, sondern in wiederverwertbaren Glasschälchen kaufen. Denn Aluminium wird unter großem Energieaufwand aus Bauxit hergestellt, das zum überwiegenden Teil in Australien abgebaut wird.

Viele Sachen lassen sich mehrfach benutzen, Geschenkpapier beispielsweise oder Marmeladengläser, die sich hervorragend als Vorratsgläser für alle möglichen Dinge eignen. Kindergärten wiederum sind oft froh, Stoff- und Wollreste oder leere Pappkartons zum Basteln oder Spielen zu erhalten.

30 Prozent des Hausmülls besteht aus organischen Abfällen, die kompostiert werden können. Es ist gar nicht schwer, einen Kompost anzusetzen. Möglicherweise kann man sich auch mit den Nachbarn zusammentun - das fördert nicht nur die Abfallvermeidung sondern auch das gemeinschaftliche Miteinander.

Wer schließlich etwas gegen die Papierflut tun will, kann sich in die sogenannte "Robinson-Liste" eintragen lassen, dann bekommt man unaufgefordert kein Werbematerial mehr. Die Adresse lautet: Deutscher Direktmarketing Verband, Postfach 14 01, 71 423 Ditzingen. Es reicht, eine Postkarte mit der Bitte um Aufnahme in diese Liste zu schreiben und dorthin zu schicken.

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