Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 19. Juli 2019

Ausgabe vom 23. Juni 1998

Bunker muß Spielplatz weichen

Neue Anlage für 270 000 Mark in Sievers Torweg eingeweiht

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Jung und Alt nehmen den Spielplatz in Besitz; Fotos (2): C. Przywara

Die Kinder turnen, bauen Burgen, pumpen Wasser und spielten nach Herzenslust mit Matsch und Sand: Die Jungen und Mädchen haben den neuen Spielplatz am Ende des Sievers Torweges schon vor der offiziellen Einweihung am vergangenen Dienstag erobert.

Die Hansestadt Lübeck hat das Grundstück vor zwei Jahren der Handwerkskammer abgekauft, die damals noch sieben Mitarbeiterparkplätze dort hatte. Für die Parkplätze mußte die Stadt Ersatz im Ellerbrook schaffen. Diese beiden Maßnahmen inbegriffen, hat der neue Spielplatz nebst Sitzbänken 270 000 Mark gekostet. Davon wurden 228 000 Mark vom Land finanziert.

Fundamentreste nach Sprengung

Bis 1985 stand auf dem 400 Quadratmeter großen Platz noch ein Bunker, der damals für 1,1 Millionen Mark gesprengt wurde. Zurück blieben Fundamentreste. Der "harte Knochen", so Heinz Hahne, Bereichsleiter Stadtgrün, wurde mit dem Preßlufthammer entfernt.

Insbesondere für die Kleinen sei es wichtig, einen autofreien Raum zum Spielen zu haben, so Hahne weiter. Vor zehn Jahren hätten 39 Kinder im Umkreis von 300 Metern rund um den Sievers Torweg gewohnt, 1997 waren es 59.

Bauleiter Ralf Schott, der die Arbeit vom inzwischen pensionierten Entwurfsingenieur Henning Duvigneau übernommen hatte, veranstaltete zur Feier des Tages ein Eierlaufen mit den Kindern: Sie balancierten Überraschungseier auf Löffeln, während sie die Stufen der Rutsche erklommen und abwärts sausten. Schott hatte außerdem "Schätze" - Bonbons in Aluminiumfolie - in der Sandkiste vergraben, nach denen die Kinder mit Feuereifer suchten.

Während der Einweihungsfeier meldeten sich auch Bürger zu Wort, die den neuen Spielplatz und die soliden Geräte lobten, aber auch zwei Punkte kritisierten. Brigitte Alheid beispielsweise bedauerte, daß dem Wunsch der Anlieger, auf dem Gelände einen zentralen Mülltonnenplatz für die Anwohner des Altstadtgangs unterzubringen, nicht nachgekommen worden ist. "Wir wären auch für die Kosten aufgekommen", hieß es. Auch wurde die Befürchtung laut, daß sich die Kinder am abgrenzenden Gitter verletzen könnten.

"Wehrhafte Umzäunung"

Eine "wehrhafte Umzäunung" des Spielplatzes war eine Forderung der Handwerkskammer, die noch Mitarbeiterparkplätze auf dem Nachbargrundstück hat. Zwar sei der Zaun nach Hahnes Ansicht zu hoch und die Gitterstäbe seien zu eng, als daß die Spitzen an der Oberkante den Kindern gefährlich werden könnten. Dennoch werde er aber überprüfen, ob dieses Problem ohne großen Aufwand aus der Welt geschafft werden könne.

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