Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 23. Juli 2019

Ausgabe vom 05. Dezember 2006

Holstentor feierlich übergeben

Lichtinszenierung lockte tausende Besucher vor das Wahrzeichen Lübecks

Nach eineinhalb Jahren Sanierung ist es geschafft: Das Holstentor erstrahlt in neuem Glanz. Zu Tausenden strömten die Menschen am vergangenen Sonnabend zum Holstentor, um die offizielle Einweihung des über 500 Jahre alten Wahrzeichens Lübecks mitzuerleben. Der Hamburger Lichtkünstler Oliver Batz faszinierte mit einer Lichtshow die Massen. Überdimensionale Bilder und Textpassagen zu Klassikklängen bannten die Blicke der Zuschauer auf das Bauwerk, das fulminante Feuerwerk zur "Carmina Burana" bildete den krönenden Abschluss der Einweihung. Danach und am Sonntag standen die Türen des Holstentormuseums allen Neugierigen offen, was rege genutzt wurde.

Überwältigende Aktion

Eine Million Euro wurden für die Sanierung benötigt, 500.000 Euro zahlte die Stadt, der andere Teil wurde durch die Aktion "Lübecker retten das Holstentor" erbracht. "Noch einmal ein ganz großes Dankeschön an alle kleinen und großen Spender. Die Aktion war überwältigend, sie brachte mehr ein, als wir erwartet hätten", so Bürgermeister Bernd Saxe (SPD). Insgesamt flossen 574.003,51 Euro in den Spendentopf. Das überschüssige Geld wird laut Saxe und Prof. Dr. Hans Wißkirchen, Geschäftsführender Direktor der Lübecker Museen, in die Heizung des Wahrzeichens sowie in das Museum Holstentor gesteckt. "Der Eingangsbereich des Museums soll optimiert werden, ebenso das Sortiment des Museums-Shops", erläutert Wißkirchen.

50 Jahre Freude

Nach einer Grundsanierung im Jahr 1871 und 1934 sowie einer "kleinen" Sanierung in den 1960er Jahren soll die jetzige Rundumerneuerung laut Bausenator Franz-Peter Boden (SPD) für gute fünfzig Jahre uneingeschränkte Freude am Holstentor sorgen. Erneuert wurde das Dach in Altdeutscher Eindeckung von 1.000 Quadratmeter Moselschiefer, ebenso erneuert wurden 70 Meter Kupfer-Dachrinnen und 30 Meter Kupfer-Fallrohre, 175 laufenden Meter Gotland-Kalkstein-Bänder. Die gesamte Fassade erhielt mit Heißdampf eine Reinigung, rund 1700 Meter Fugen wurden erneuert, 115 Backsteine ausgewechselt, 950 Mörtelplomben an Steinausbrüchen eingesetzt, 110 aufgerostete Sachhaken frei gestemmt und behandelt, 2500 Verblendsanierungsanker für die Verbindung der Vermauerschale mit dem Hintermauerwerk eingebaut. 1300 Stück Einzelterrakotten kamen zum Einsatz im unteren und mittleren Band, davon wurden 600 vor Ort restauratorisch aufgearbeitet, 250 ausgebaut, restauriert, wieder eingebaut, 450 in der Tongießerei komplett erneuert.msn

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