Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Samstag, 20. Juli 2019

Ausgabe vom 05. Dezember 2006

Ein besonderes Weihnachtsgeschenk: Das Ende der Speedbootrallyes

V.i.S.d.P.: Karl-Heinz Haase

Bündnis 90 / Die Grünen

Es ist so weit, die Bundesregierung geht jetzt massiv gegen die flächendeckende Lärmbelästigung und Gefährdung vor, die von einer relativ kleinen Gruppe von Speedbooten auf der Lübecker Bucht ausgeht. Ab 2007 wird die Geschwindigkeit in einer 2-km-Zone ab Ufer auf 15 km/h beschränkt. Damit niemand in Versuchung kommt, werden gelbe Tonnen den Bereich markieren. Viele Menschen, Touristen und Einheimische, dürfen aufatmen, die lautstarken Rallyes in Küstennähe hören auf. Die Gegend wird uninteressant für Raser.

Das ist ein erster Schritt. Es hat der Initiative vieler Menschen bedurft, um dahin zu gelangen. Besondere Anerkennung gebührt der Timmendorfer Bürgerinitiative gegen Speedbootlärm, aber auch dem dortigen Gemeindeparlament, das die Bundesregierung geschlossen um Hilfe ersuchte. Ein weiteres Dankeschön gilt der politischen Konkurrenz in Berlin: Karin Roth (SPD), Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium, hat die Kuh vom Eis geholt.

Kleiner Wermutstropfen: Die Speedboote sind auch in langsamer Fahrt ziemlich laut. Wir haben bei Aufnahmen für das ZDF - die interessieren sich nicht nur für unsere Brücken - in Schlutup unfassbare 110 Dezibel am stehenden Speedboot gemessen. Das ist wie Körperverletzung. Weil diese Boote neuerdings die Trave bevölkern, wird der Stress hier weitergehen. Wenn sich ähnlich viele Menschen zusammenschließen wie in Timmendorf, kann der Lärmterror überwunden werden.

Die grüne Fraktion im Europa-Parlament ist schon tätig. Kaum zu glauben, aber wahr: Der Lärm auf der Trave fällt direkt in die Zuständigkeit der Europäischen Kommission. Wir kooperieren eng mit Eurogrün und unsere Leute dort arbeiten an einer parlamentarischen Initiative zur Beendigung des Spuks.

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