Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 22. Juli 2019

Ausgabe vom 12. Dezember 2006

St. Marien endlich ohne Gerüst

Nach elf Jahren: Große Freude über Ende der Bauarbeiten

Was lange währt wird endlich gut. Dieses Sprichwort könnte auf St. Marien zutreffen. Elf Jahre zierten Baugerüste die Mutterkirche der Backsteingotik (gebaut von 1250 bis 1350) von außen und auch von innen. Doch nun ist alles gut, die Gerüste sind abgebaut, ein Gottesdienst zum Dank an allen helfenden Menschen wurde abgehalten.

"Das Projekt ist glücklich beendet", freut sich Dr. Reinhard Mutz. Der Leiter des Kirchenbauamtes begleitete die Sanierung vom ersten Tag an. Genau 8.678.729 Millionen Euro kostete das Unternehmen, geplant waren anfangs 11,1 Millionen Mark (rund 5,5 Millionen Euro). "Doch die Schäden waren größer als gedacht", erklärt Mutz. Die Sanierung vom Chor und dem Hauptschiff kostete 5,8 Millionen Euro, die der Kirchtürme 2,9 Millionen Euro. Die Geldgeber - die Possehl-Stiftung, der Kirchenkreis Lübeck, die Nordelbische Kirche Kiel, die Bundesregierung, die Solidargemeinschaft der Innenstadtkirchen und die Kirchengemeinde St. Marien, erhöhten die Zuschüsse zur Finanzierung.

Im Jahr 2001 kam ein weiterer Schock: Die Bundesregierung entschied, Die Sanierung von St. Marien nur noch bis Ende 2004 zu finanzieren, so entstand ein Fehlbetrag von 358.000 Euro. Aus dieser Not heraus wurde das Projekt "Sieben Türme sollst du sehen" ins Leben gerufen. In diesen Topf flossen Firmen- und Einzelspenden, die eine Summe von 357.904 Euro ergaben. "Das Geld war schnell zusammen", erzählt Propst Ralf Meister, seit zwei Jahren im Amt und Mitinitiator der Aktion. "Die Identifikation der Lübecker mit St. Marien ist dadurch gewachsen", so Meister weiter. Für ihn sei das Ende der Sanierungsarbeiten ein ganz persönlicher, glücklicher Moment. "Wir haben elf Jahre in einer Baustelle gelebt", betitelt Pastor Karl-Otto Paulsen, Vorsitzender des Kirchenvorstandes St. Marien die Sanierungszeit. Er verwies darauf, dass St. Marien auch künftig auf die Solidarität anderer Kirchenkreise und der Bürger angewiesen sei.

"Zwischen 150.000 bis 200.000 Euro liegen die jährlichen laufenden Kosten der Kirche inklusive Personal", berichtet Paulsen. Die kleinste Innenstadt-Kirchengemeinde mit 2.400 Mitgliedern wäre mit einer solchen Kirche überfordert. "Das historische Gebäude fordert seinen Tribut", so der Pastor.

Für 2007 ist bereits die nächste Restauration geplant: Ab März soll der Kirchturm von St. Jakobi in Baugerüste gehüllt und saniert werden. Sollten im Zuge der Arbeiten keine größeren Schäden sichtbar werden, wird die Sanierungsdauer auf ein Jahr, die Kosten auf rund eine Million Euro geschätzt. msn

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