Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 16. Juli 2019

Ausgabe vom 12. Dezember 2006

Verbesserung der Wasserqualität

EU-Projekt gibt Aufschluss über Zustand der Seen in Lübeck

Einheimische und Touristen interessiert es mit Sicherheit, wie es um die Wasserqualität der Seen in Lübeck bestellt ist. Das von der EU finanzierte deutsch-dänische Umweltprojekt "Seen - Juwelen der Landschaft" (gemeinsam mit dem Storstrøms Amt; SZ berichete) befasste sich ein Jahr mit dem Zustand der Seen, am 5. und 6. Dezember fand ein Symposium statt, dass das Projekt abschloss. Ein in Dänemark entwickeltes standardisiertes Monitoringverfahren für Standgewässer half bei der Zustandserhebung ausgewählter Seen. "Im Laufe der Monate wurden die Daten durch Mitarbeiter der Stadtverwaltung und externe Spezialisten erhoben und im Symposium bewertet", berichtet Umweltsenator Thorsten Geißler (CDU). Allgemein sei die Qualität der Lübecker Seen gut, teilweise müsste jedoch was getan werden, beispielsweise in Blankensee. msn

Biologie und Chemie

Gemeinsam ist den Seen die große Nährstofffracht, hohen Chlorophyllwerte und besonders im Sommer niedrigen Sichttiefen. Der Blankensee ist im Frühjahr sehr klar, trübt jedoch im Frühsommer ein, weil große Mengen an Nährstoffen den Algen als Nahrung zur Verfügung stehen. Ebenso fallen Filtrierer wie zum Beispiel der Wasserfloh dem großen Jungfischbestand an Barschen und Weißfischen zum Opfer und können die pflanzliche Planktonmasse nicht mehr ausreichend dezimieren. Die absterbende Vegetation sinkt anschließend zu Boden, verbraucht Sauerstoff und führt dazu, dass die bodennahen Bereiche nahezu sauerstofffrei werden. Dies wiederum führt zur Bildung von Faulschlämmen am Seegrund und zu einer verstärkten Rücklösung von Phosphat aus dem Sediment. Durch diese Prozesse wird der See alkalischer, was zu einer Zunahme des fischtoxischen Ammoniaks führt. Eine Nährstoffelimination, vor allem von Phosphor, wäre für den Blankensee eine große Hilfe. Die schmalen Flachwasserzonen des Krähen- und Mühlenteichs sind aufgrund von Spundwänden und Befestigungen als Standorte für Wasserpflanzen nicht geeignet. Durch die sommerliche Trübung des Wassers sind auch tiefere Standorte der Seen weitgehend vegetationsfrei. Den Fischen fehlen die Krautzonen, in denen sie ablaichen können. Die Errichtung von Flachwasserzonen und Unterständen als Lebensraum könnte helfen, Wasserpflanzen anzusiedeln, den Raubfischbestand zu vergrößern um so den Weißfischbestand zu dezimieren und die Algendominanz zurückzudrängen.

Bakteriologie

Die Untersuchungen haben gezeigt, dass der Krähenteich bei Regenereignissen lokal bakteriellen Belastungen ausgesetzt ist. Da im Krähenteich eine Badestelle betrieben wird, ist diese Feststellung von hoher Bedeutung. Einige Ursachen für die Belastungen wurden ermittelt und Verbesserungsmaßnahmen vorgeschlagen. Es muss nun geprüft werden, wie die Maßnahmen umgesetzt und eventuell weitere Ursachen ausfindig gemacht werden können.

Hydraulik

Für den Krähen- und Mühlenteich wurde ein mathematisches Strömungsmodell erstellt, mit dem es möglich ist, die Natur im Computer abzubilden. Grundlage für die Modellierung war die Ermittlung des Ist-Zustands der Strömungsverhältnisse. Auf der Basis dieser Erkenntnisse konnte zum Beispiel die Effektivität einer strömungslenkenden Maßnahme im Gewässer simuliert werden, die zu einer Verbesserung der Wasserqualität im Badestellenbereich führen soll.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter http://www.lake-jewel.net.

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