Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 24. Juli 2019

Ausgabe vom 12. Dezember 2006

Modell Lübeck:

Soziale Kälte gegen Erderwärmung

Bündnis 90 / Die Grünen

Schwarzer Donnerstag. Das war der Tag, an dem die schwarze Mehrheit der Bürgerschaft das kommunale Kino und mehrere Einrichtungen, die unsere Gesellschaft zusammen halten, platt gemacht hat. Gleichzeitig stimmten diese Leute für eine gläserne Aussichtsplattform am Brodtner Ufer. Sie verschlingt mehr Geld als die Einsparungen erbringen. Da fragt man sich doch: Spinnen die? Und mit ihnen jener Bürgermeister, der das alles ausgeheckt hat?

Immerhin haben sie ein besonderes Gefühl für Symbolik: Das Geld, das sie kulturellen und sozialen Einrichtungen so "kraftvoll" abgespart haben, hauen sie gleich wieder für eine - sagen wir mal - nicht gerade lebenswichtige touristische Attraktion auf den Kopf. Und darauf sind sie auch noch stolz. Was wir hier erleben, ist die makabere Allianz von CDU und einem Bürgermeister, der auch für das sinnlose Subventionieren eines kaputten Flughafens steht. Der ist so kaputt, dass es ihn ohne unsere Steuergelder schon lange nicht mehr gäbe. In die Zeiten des Klimawandels passt er auch nicht so recht.

Umweltgefährdung und soziale Kälte sind halt richtig "in" in Lübeck. Da mochte der Redakteur "sep" von den LN nicht abseits stehen und hat schnell einen kleinen, bitterbösen Artikel über die angeblich so luxuriöse Unterbringung von Mitarbeitern der Stadtreinigung am Brink nachgelegt. Der Redakteur zählt auf: "Zum Inventar gehören u. a. eine lichtdurchflutete Gemeinschaftsküche mit Kochfeld, zwei Duschbereiche, jeweils mit Glaswand, verchromtem Seifenspender und großem Handwaschbecken" (LN 5.12.06). Muss man das noch kommentieren? Wer im Dreck arbeitet, soll auch im Dreck hausen? Kleines Waschbecken würde doch reichen? Da wird einem richtig weihnachtlich zumute.

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