Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 22. Juli 2019

Ausgabe vom 19. Dezember 2006

57 "neue" Lübecker begrüßt

Deutsche Staatsangehörigkeit für 598 Bürger in diesem Jahr

Sie brachten Familie und Freunde mit, um ihre Einbürgerung zu feiern und nahmen sichtlich stolz ihre Urkunden von Innensenator Thorsten Geißler (CDU) entgegen. Um 57 Neu-Lübecker aus 18 verschiedenen Ländern ist die Einwohnerzahl der Hansestadt seit dem 1. Juni gewachsen, 19 von ihnen haben künftig nur die deutsche Staatsbürgerschaft, 38 behalten ihre letzte Staatsbürgerschaft und besitzen nun eine doppelte Staatsangehörigkeit. Insgesamt wurden in Lübeck in diesem Jahr (Stand 30. November) 598 Menschen eingebürgert.

Die Feier im Audienzsaal des Rathauses fand erstmalig statt. "Eine Einbürgerung ist kein bloßer Verwaltungsakt, es ist ein wichtiges Ereignis für Sie, unser Land und unsere Stadt", betonte Geißler in seiner Rede. Lübeck sei weltoffen und tolerant, hier lebten Menschen unterschiedlicher Herkunft friedlich zusammen und gestalteten gemeinsam die Zukunft. "Die Verleihung der deutschen Staatsangehörigkeit ist Ausdruck eines erfolgreich abgeschlossenen Integrationsprozesses", so der Senator weiter.

Einer, der sich über seine Einbürgerung freut, ist der 27-jährige Yavuz Yurt. Gemeinsam mit Ehefrau Emine und Söhnchen Emirhan nahm er seine Urkunde in Empfang. Der Grund, warum er aus der Türkei nach Deutschland gekommen sei? "Die Liebe!", sagt Yavuz mit einem liebevollen Blick auf seine Emine. Grundvoraussetzung für eine Einbürgerung ist der legale, auf Dauer angelegte Aufenthalt von mindestens acht Jahren in Deutschland und der Besitz eines entsprechenden Aufenthaltstitels. Für Ausländer, die erfolgreich an einem Integrationskurs teilgenommen haben, reduziert sich die Mindestaufenthaltszeit um ein Jahr. Ferner wird verlangt, dass Einbürgerungswillige sich zu den Grundsätzen der deutschen Verfassung bekennen und über ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache verfügen. Der Lebensunterhalt muss ohne Inanspruchnahme von Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld II bestritten werden können, es sei denn, der Betroffene hat dies nicht vertreten. Auch dürfen keine Straftaten begangen worden sein, die ein bestimmtes Strafmaß überschreiten. Darüber hinaus wird die Bereitschaft vorausgesetzt, die bisherige Staatsangehörigkeit aufzugeben. Im Einzelfall oder für bestimmte Personengruppen kann jedoch die Hinnahme von Mehrstaatlichkeit in Betracht kommen.

Eingebürgerte erhalten die vollen Bürgerrechte wie Wahlrecht, Freizügigkeit, das Recht auf freie Berufswahl oder den Schutz vor Auslieferung und Ausweisung. Für sie gilt die Wehrpflicht, ebenso die Verpflichtung, sich als Schöffe oder Wahlhelfer in unserer Gesellschaft zu engagieren. Wer als ausländischer Einwohner Steuern und Sozialabgaben zahlt, soll als Neubürger auch alle Rechte und Pflichten besitzen.

Die Einbürgerungszahlen sind seit der Reform des Staatsangehörigkeitsrechts rückläufig. War noch in den Jahren zwischen 1994 und 2000 ein kontinuierlicher Anstieg zu verzeichnen, ist die Zahl der Einbürgerungen von 2000 bis 2004 (seit dem 1. Januar 2000 gilt das neue Staatsangehörigkeitsrecht) bundesweit stetig gesunken. msn

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