Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 23. Juli 2019

Ausgabe vom 23. Januar 2007

Feuerwehr mit Testfahrt durch die Stadt

Die Enge der Straßen macht den Kameraden nicht sehr zu schaffen

Die Lübecker Altstadt ist nicht nur wegen ihrer historischen Ge-bäude, sondern auch für die malerischen aber oft engen Straßen bekannt. Ein Umstand, der der Feuerwehr im Einsatzfall Probleme bereiten kann, wenn der 2,50 Meter breite Leiterwagen nicht an parkenden Autos vorbeikommt. Vor allem wenn diese verkehrswidrig abgestellt sind. In regelmäßigen Abständen unternimmt die Lübecker Feuerwehr deswegen Probefahrten durch die Problemviertel. So auch in der Nacht auf Donnerstag. Der Weite und der Lange Lohberg, Gröpelgrube und Rosengarten waren erste Station von Feuerwehr, Ordnungsdienst und Innensenator Thorsten Geißler.

Ohne Abschleppen

Danach ging es in die Straßen rund um die Falkenwiese und schließlich wurde das Domviertel überprüft. "Wir waren sehr überrascht, nirgendwo ein Auto abschleppen zu müssen", sagte Egbert Ohlow, Abteilungsleiter des Ordnungs- und Verkehrsdienstes nach Abschluss der Testfahrt.

Zwar blieb dem Fahrer des großen Leiterwagens teilweise nur eine Handbreit Platz zwischen beidseitig abgestellten Autos, doch mit Gefühl und Geschick lenkte er sein Fahrzeug ohne größere Probleme durch jedes Nadelöhr. "Das war in vergangenen Jahren auch schon anders. Da sind wir auch schon mal stecken geblieben", so Ohlow. In solchen Fällen setzen die Feuerwehrleute im Ernstfall zunächst Muskelkraft ein. "Dann heißt es vier Mann vier Ecken und der Wagen wird weggeschaukelt", erklärte ein Feuerwehrmann während der Testfahrt. "Sind Menschen in Gefahr entscheidet der Einsatzleiter auch schon, ob der Wagen mit ,Hartgas` weiterfährt." Das bedeutet dann: Der Leiterwagen rammt sich gezielt seinen Weg frei. Doch das kann nur in sehr bedrohlichen Lagen vorkommen.

Im großen und ganzen scheinen die Lübecker Bürger aus den Ergebnissen bisheriger Testfahrten der Feuerwehr gelernt zu haben. Schließlich werden Falschparker, die die Blauröcke behindern auch vom Verkehrsdienst zur Kasse gebeten oder gar abgeschleppt.

Lediglich im Domviertel und der Einmündung zur Obertrave gab es in der jüngsten Testfahrt kleine Schwierigkeiten. "Dort standen Autos nicht in den gekennzeichneten Flächen, so dass der Leiterwagen dreimal rangieren musste, um abzubiegen", berichtet Ohlow. Das sei im Ernstfall zu zeitraubend. Daher wurden die Besitzer der im Weg stehenden Wagen auch direkt verwarnt und müssen nun zahlen. Dass die Lübecker Straßen aber eigentlich selbst für das breiteste Fahrzeug der Feuerwehr passierbar sind, beruhigt Senator Thorsten Geißler (CDU), die Feuerwehr und sicher auch die Lübecker Bürger, vorrausgesetzt das positive Parkverhalten war nicht nur ein Zufall der Mittwochnacht und hält weiter an. mab

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