Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 17. Juli 2019

Ausgabe vom 18. August 2007

Das Grüne Formular (N)

V.i.S.d.P.: Bernd Möller

In der Bürgerschaftssitzung im Juni beschloss die CDU gegen die Stimmen der GRÜNEN und der SPD sowie den Rat des Bürgermeisters ein "Konzept für eine bürgerfreundlichere Verwaltung".

Für ihr Argentinien-Visum brauchte meine Tochter ein polizeiliches Führungszeugnis. "WICHTIG: NUR DAS GRÜNE FORMULAR (N) WIRD AKZEPTIERT!!!" war fettgedruckt. Das klang nach Asterix. Der Generalbundesanwalt sollte eine "Überbeglaubigung" leisten und das Bundesverwaltungsamt das Führungszeugnis mit einer Apostille (Randbemerkung - der Duden half weiter) versehen. Dass das Ganze von einer vereidigten Übersetzerin übersetzt und dann wieder mit zwei Beglaubigungen versehen werden musste, sei nur am Rande bemerkt. Das klang zeitaufwendig.

Als ich im Lübecker Ordnungsamt "Grünes Formular" sagte, stutzte die Bearbeiterin - dachte sie auch an Asterix? - telefonierte kurz und machte sich an die Arbeit. Ich zahlte, ohne aufzustehen, 13 Euro. Früher musste ich zum Bezahlen durch lange Flure zur Kasse. Bei der Post bezahlte ich 20 Euro (13 Euro für den Generalbundesanwalt, 7 Euro an die Postbank), wutschte kurz vor Toresschluss wieder ins Ordnungsamt und zeigte die Quittung vor.

Nur zwei Wochen später kam das Führungszeugnis mit einer Rechnung über 13 Euro für das Bundesverwaltungsamt. Lang und breit wurde ich darauf hingewiesen, dass ich zum dritten Mal 13 Euro bezahlen müsse, dass das richtig sei und dass mir sonst ein Vollstreckungsverfahren drohe. Die scheinen Kummer gewohnt zu sein.

Liebe CDU - beim Grünen Formular (N) ist bei unserer Meldestelle nichts zu verbessern. Doch wie wäre es, wenn Sie Ihre Mandate in Bund und Ländern dafür einsetzen, dass alle drei Rechnungen gleich bei Antragstellung bezahlt werden? Ich spare Kosten und Lauferei, das Bundesverwaltungsamt spart

Zurück zur Übersicht

 
Jetzt Werbung schalten auf www.luebeck.de