Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 17. Juli 2019

Ausgabe vom 18. August 2007

Saxe-Vorstoß viel Wind um Nichts?

V.i.S.d.P.: Dr. Michaela Blunk

Der pressewirksame Vorstoß unseres Bürgermeisters, mehr Windenergieanlagen zur Erhöhung der Gewerbesteuereinnahmen in Lübeck zu errichten, könnte sich schnell als "viel Wind um nichts" entpuppen. Bei der unerlässlichen Umstellung auf erneuerbare Energien müssen Rationalität und Nachhaltigkeit den Ausschlag geben. Der Saxe-Vorschlag erfüllt dies nicht. Was die Stadt von den hoch subventionierten Betreibern bekommt, finanzieren die vielen Verbraucher mit höheren Gebühren und Steuern. Wir haben im Übrigen erhebliche Zweifel, ob es in Lübeck wirklich "windhöffige" Gebiete gibt, die die technischen Anforderungen (Windgeschwindigkeit, Flächengröße) für eine wirtschaftliche "Ernte" und die geltenden Schutzvorgaben für Mensch und Natur erfüllen. Für die angeblich so wohlige WE die bestehenden Schutzbestimmungen zu manipulieren, lehnt die FDP strikt ab. Die FDP-Fraktion wird deshalb zur nächsten Bürgerschaftssitzung einen Antrag einbringen, in dem der Bürgermeister aufgefordert wird zu berichten, welche Standorte in Lübeck nach seiner Ansicht für "Windmühlen" geeignet sind und welche Gewerbesteuermehreinnahmen für die Stadt aus der Realisierung zu erwarten wären. Unabhängig davon sind wir der Auffassung, dass WE keine konstante Energiequelle ersetzen kann. Die

Kosten zur Vermeidung von CO2 sind unverhältnismäßig hoch. Für die Herstellung von WE müssen Umwelt belastende Prozesse und Produkte in Rechnung gestellt werden. WE wird in wenigen Jahren - außer in den Spitzen-Windgebieten - eine Technik von gestern sein. Deshalb sollte Lübeck nicht auf mehr "Wind" setzen, sondern Technologien in die Stadt locken, die umweltfreundliche Energie wirtschaftlich produzieren können.

Autorin: Dr. Michaela Blunk

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