Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 16. Juli 2019

Ausgabe vom 21. August 2007

Privatisierung - Chancen und Risiken

V.i.S.d.P.: Thomas Schalies

Die Lübecker Bürger werden z.Zt. mit Planung, Durchführung und Folgen der Privatisierung unterschiedlicher Bereiche konfrontiert. Leider rückt die teilweise dilettantische Durchführung (Herrentunnel) das Thema `Privatisierung' in ein sehr schlechtes Licht. Politische Polemik seitens der SPD und der Gewerkschaften dienen dem Wähler- bzw. Mitgliederfang. Man sollte jedoch nicht vergessen, dass Privatisierungen in der Vergangenheit zu vielen Vorteilen geführt haben wie z.B. im Telekom-Bereich, wo die Telefongebühren erheblich gesunken sind, die Vielfalt und der Service durch neue Anbieter besser wurde und Innovationen wie z.B. die schnelle DSL-Verbindung entstanden, die bei einem Monopol der Deutschen Telekom wohl immer noch Zukunftsmusik wäre.

Private Unternehmen arbeiten in der Regel effektiver (unter Wettbewerbsbedingungen) und der Krankenstand ist deutlich geringer. Dieser Umstand führt u.a. beim Endverbraucher dann zu geringeren Kosten/Gebühren.

Z.B. bei der Telekom wurden überflüssige Stellen abgebaut, weil neue private Unternehmen (mit neuen Arbeitsplätzen) ihnen Konkurrenz machten und die Bürger erhielten insgesamt wesentlich bessere Angebote zu günstigeren Preise.

Auch von einer Teilprivatisierung der Abfallwirtschaft werden alle Lübecker durch stabilere Gebühren profitieren - ohne dass die Stadt ihren bestimmenden Einfluss verliert. Die Unterschriftensammlung gegen die Privatisierung bei der EBL ist wohl von vielen Bürgern gut gemeint, um Arbeitsplätze zu schützen, der Allgemeinheit hilft sie jedoch nur wenig. Neue EU-Gesetze werden den Bereich Abfallwirtschaft für den überregionalen Wettbewerb absehbar sowieso freigeben. Dann wird es schwer für jedes städtisches Unternehmen, im "freien Markt" zu überleben.

Autor: Wilhelm Melchers

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