Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 23. Juli 2019

Ausgabe vom 18. September 2007

Vor 50 Jahren sank die "Pamir"

St. Jakobi weiht am Wochenende die Nationale Gedenkstätte der zivilen Schifffahrt ein

Vom 21. bis 23. September gedenkt St. Jakobi des 50. Jahrestags des Untergangs der "Pamir" und weiht zugleich die Nationale Gedenkstätte der zivilen Schifffahrt mit einem umfangreichen Programm ein. Zum Festakt am Freitag, 21. September um 19 Uhr kommt viel Prominenz - an der Spitze Jacques Barrot, der EU-Verkehrskommissar aus Brüssel.

Die "Nationale Gedenkstätte der zivilen Schifffahrt PAMIR LÜBECK - International Seafaring Memorial" in St. Jakobi entstand aus jahrzehntelanger Tradition. Seit altersher war dieses Gotteshaus die Kirche der Seefahrer und Fischer in der Hansestadt. Den Ausschlag für eine neu dimensionierte "Optik" des Gedenkens gab die Aufnahme des Rettungsboots 2 der "Pamir" nach der Seeamtsverhandlung 1958 und seine Aufstellung in der Witte-

Kapelle: Seither entwickelte sich der Ort geradezu zu einer Pilgerstätte nicht nur für Seeleute.

Das nahm der Jakobi-Kirchenvorstand zum Anlass, ihn zur Nationalen Gedenkstätte erklären zu lassen. Es gibt zwar für die Gefallenen der beiden Weltkriege das Ehrenmal in Laboe, aber weder national noch international einen offiziellen Ort des Erinnerns an die Opfer der zivilen Schifffahrt. Nachdem Landes- und Bundesregierung dem Gedanken St. Jakobis die Zustimmung gegeben und der Verband deutscher Reeder seine Unterstützung zugesagt hatten, schritt die Gemeinde zur Tat. "Dem Namen einen Raum zu geben": Am 50. Jahrestag des Untergangs der "Pamir" wird die von Architekt Kuno Dannien gestaltete Gedenkstätte eingeweiht.

Die Kapelle wurde renoviert, erhielt eine Treppe aus Metall und einen Boden aus Gotland-Platten. Darin sind die Namen (die bis dato eine Holztafel am Rettungsboot verzeichnete) der am 21. September 1957 mit der Viermastbark untergegangenen Seeleute eingraviert. Tafeln nennen die gesunkenen Schiffe unter lübscher Flagge und die Mitglieder der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), die im Dienst ihr Leben ließen. Neu sind auch ein interaktiver Tisch, der Informationen zur Gedenkstätte und zu St. Jakobi gibt, sowie das Columbarium: Das Gewölbe unter der Pamir-Kapelle ist nun eine Urnenstätte für mit der See verbundene Menschen und Gemeindemitglieder - aus hellen Ziegeln, durch eine Glastür von außen einsehbar.

Ein virtueller Rundgang durch die Pamir-Kapelle macht in aller Welt vertraut mit Wesen und Anliegen der Gedenkstätte: www.pamir-memorial.de. Mehrere Veranstaltungen umrahmen die Einweihung. Am Sonnabend, 22. September, um 20 Uhr faszinieren die "WasserKlangWelten" von Alexander Lauterwasser: Orgelklang (Arvid Gast, Franz Danksagmüller) und Chormusik (A Cappella Frankfurt) live bringen Wasser und Klang auf einer Leinwand in farbigen Dialog; Eintritt 15/10 Euro. Am Sonntag, 23. September findet um 10.40 Uhr der Gedenkgottesdienst statt und um 17 Uhr geben die Lübecker Philharmoniker unter Leitung von GMD Roman Brogli-Sacher ein schönes Benefizkonzert "Sinfonik vom Meer". Der Eintritt kostet 25/15 Euro. Vorverkauf jeweils: Konzertkasse im Hause Weiland und Pressezentrum. Güz

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