Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Sonntag, 21. Juli 2019

Ausgabe vom 06. November 2007

Faraday'scher Käfig für Reisepässe

Zweite Generation ab dem 1. November - Alu-Hülle zum Datenschutz

Seit dem 1. November werden bundesweit in den Pass-behörden elektronische Reisepässe der zweiten Generation ausgegeben. Zusätzlich zu den bisherigen Angaben (Namen, Geburtstag, Seriennummer, Gültigkeitsdatum, Gesichtsfoto) sind in den Pässen zwei Fingerabdrücke gespeichert. Diese RFID- (Radio Frequency Identification) Chips können mit Funktechnik ausgelesen werden, wenn dem Lesegerät Geburtstag, Seriennummer und Gültigkeitsdatum sowie ein besonderer Verschlüsselungscode bekannt sind.

Diese Vorkehrungen sind nach Ansicht des Bundesministeriums des Innern (BMI) ausreichend, um einen Missbrauch der gespeicherten Daten auszuschließen. Angesichts der verbleibenden Restrisiken bieten die Hansestadt Lübeck als erste deutsche Kommune und das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) Inhabern der neuen elektronischen Pässe für sechs Euro eine Alu-Schutzhülle an, die als Faraday'scher Käfig ein ungewolltes Auslesen der Reisepassdaten verhindert.

"Wir erkennen an, dass das Innenministerium große Anstrengungen unternimmt, den Missbrauch der Passdaten zu verhindern", sagt Lübecks Innensenator Thorsten Geißler. "Ebenso wie der Bundesinnenminister wissen wir aber auch, dass gewisse Restrisiken weiterhin bestehen."

Zur Erhöhung der Datensicherheit würde daher den Bürgerinnen und Bürgern Lübecks gegen einen Kostenbeitrag die Alu-Hüllen zur Verfügung gestellt.

ULD-Leiter Thilo Weichert berichtet über Restrisiken: "Ohne dass ein Mensch es merkt, kann ein Angreifer, der einige Zusatzinformationen besitzt, die er sich anderweitig beschaffen kann, die biometrischen Daten des Passes auslesen und elektronisch die Anwesenheit des Passinhabers und des Passes feststellen und elektronisch speichern". Würden Passdaten illegal ausgelesen, so könnten diese auf ein gefälschtes Dokument kopiert und zum Identitätsdiebstahl missbraucht werden. "Mit Hilfe der von uns angebotenen Alu-Hülle wird diese Form des Datenmissbrauchs weitestgehend ausgeschlossen", versichert der Datenschutzexperte.

Der Hansestadt Lübeck und dem ULD geht es mit ihrem gemeinsamen Angebot nicht darum, unbegründete Befürchtungen, die teilweise mit den neuen elektronischen Ausweisdokumenten verbunden sind, zu schüren. Vielmehr soll durch das zusätzliche Angebot den Menschen der Selbstschutz ihrer Daten bei der Nutzung des neuen Reisepasses erleichtert werden. Die Schutzhüllen können für sechs Euro in der Meldebehörde der Hansestadt erworben werden.

Hinweise der Hansestadt Lübeck und des ULD zum Thema "Der neue elektronische Biometrie-Reispass - und wie Sie sich vor Risiken schützen können" sind im Internet unter www.datenschutzzentrum.de/epass/flyer-biometrie-reisepass.pdf abrufbar.

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