Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 17. Juli 2019

Ausgabe vom 04. Dezember 2007

Lübeck verkauft Land und Leute

1867: Ende der Lübecker Herrschaft über die Stadt Bergedorf

Als Hamburg zu wiederholten Malen ein gewisses Desinteresse an den Tag legte, brachte Senator Curtius taktisch geschickt das benachbarte Preußen ins Spiel. Bismarck nahm den Spielball begierig an und antwortete unverzüglich: "Sie würden dabei auf faires Entgegenkommen und akzeptable Anerbietungen von Seiten Preußens rechnen dürfen."

Der Schreckschuss zeigte prompte Wirkung. Hamburg erklärte sich alsbald bereit, das lübeckische Hoheitsrecht für 600.000 Mark zu erwerben. Und der Verkäufer tat das, was man sich auch heute von der Hansestadt Lübeck wünschte: Er verwendete den Löwenanteil der außerordentlichen Einnahme zur Tilgung seiner Staatsschuld.

Am Silvestertag 1867 erschienen zum letzten Mal zwei lübeckische Senatoren im Bergedorfer Schloss und entbanden die Vertreter der Amtsverwaltung ihres auf die Hansestadt geleis-

teten Eides. Zugleich verloren übrigens auch die 1861 herausgebrachten Briefmarken mit dem Bergedorfer Wappen ihre Gültigkeit. Heute sind diese Postwertzeichen, deren Größe mit dem Nennwert zunimmt, unter Briefmarkensammlern begehrte Kostbarkeiten. Wie gerne man sich in Lübeck an das beiderstädtische Kondominium erinnert hat, lässt sich daran ablesen, dass vor achtzig Jahren für den repräsentativs-

ten Raum im neuen Bergedorfer Rathaus eine lübeckische Stadtansicht geschenkt wurde. Das großformatige

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