Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 17. Juli 2019

Ausgabe vom 25. Dezember 2007

Neue Verkehrsanbindung Richtung Süden

Flughafen Blankensee jetzt mit direktem Autobahnanschluss

Ein wichtiges Verkehrsprojekt der Hansestadt Lübeck ist am 17. Dezember seiner Bestimmung übergeben worden: der insgesamt 5,7 Kilometer lange Streckenabschnitt der neuen Bundestraße 207 (B207n), die den Süden Lübecks ohne Ortsdurchfahrten an die Bundesautobahn 61 anbindet und gleichzeitig den Flughafen Blankensee sowohl an die Innenstadt, als auch direkt an das Autobahnnetz heranführt. 26 Millionen Euro hat der Bund für dieses Verkehrsprojekt ausgegeben.

Vom Flughafen bis zur Autobahn sind es jetzt nur noch knapp zwei Kilometer auf der schnellstraßenähnlichen, schnurgeraden neuen Trasse - zur Lübecker Innenstadt nur 5,5 Kilometer (Berliner Platz) beziehungsweise 7,2 Kilometer (Holstentor). Von einem "Quantensprung für den Airport" sprach so auch der Flughafen-Geschäftsführer Johannes Scharnberg, der es sich nicht nehmen ließ, beim obligatorischen Durchschneiden des schwarz-rot-goldenden Absperrbandes in der Nähe des Hochschulstadtteils ganz vorne mit dabei zu sein.

Die Riesenschere im Angesicht von Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe betätigten indes Ulrich Kasparick und Dietrich Austermann. Der erstere ist parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesverkehrsminister in Berlin. Austermann ist Verkehrsminister des Landes Schleswig-Holstein, das stellvertretend für den Bund als Bauherr für die Bundesstraße auftrat und sich als solcher lauten Protest, untermalt mit Lärm von Fahrradklingeln anhören musste. "Wir wollen einen Radweg", skandierten die überwiegend jugendlichen Demonstranten, die sich enttäuscht darüber zeigten, dass die schnelle Verbindung nach Süden nur den Autofahrern zugute kommen soll.

Kasparick konterte, dass Radfahren auf der neuen Trasse trotz Geschwindigkeitsbegrenzung auf 70 Kilometer pro Stunde zu gefährlich sei, so dass man Radfahrer allein aus Sicherheitsgesichtspunkten von den neuen Straße fernhalten müsse. Durch die Verlagerung des Verkehrs auf die neue Verbindung, die bereits in Kürze eine stark befahrene Strecke sein werde, würden aber viele andere Wege vom Verkehr entlastet und künftig auch angenehmer für Radfahrer und Fußgänger sein, argumentierte Kasparick. Einen Bedarf für einen zusätzlichen Radweg könne das Bundesverkehrsministerium bei Analyse der vorhanden Verkehrswege nicht erkennen.

Dies wollte Minister Austermann jedoch nicht nahtlos übernehmen. 85 Prozent aller Bundesstraßen in Schleswig-Holstein hätten einen begleitenden Radweg, rechnete er vor und räumte ein, dass man aus Sicht des Landes ebenfalls einen Radweg für sinnvoll halten würde.

Ab Sommer wird die neue B207 zudem bis Pogeez verlängert, womit Lübeck eine Schnellverbindung zum Ratzeburger See erhält, die auch die Wohngebiete an der Ratzeburger Allee und von Groß Grönau erheblich vom Lärm entlasten wird. Insbesondere der Fernverkehr muss sich nicht mehr durch Lübecks Innenstadt zwängen, wie Austermann betonte.

Im Verlauf des neuen 5,7 Kilometer langen Streckenabschnitts wurden verschiedene Verknüpfungen mit dem städtischen Straßennetz erstellt. So an der Überführung der Kreisstraße 8 - Blankenseer Straße - in der Nähe des Flughafens, wo demnächst auch ein zusätzlicher Bahnhaltepunkt entstehen wird. Eine weitere Überführung und Anbindung gibt es am Schanzenbergweg/ Söllbrock in der Nähe des Ausbildungsparks/Airport Business Park. Als dritte neue Anschlussstelle an das städtische Verkehrsnetz fungiert die Autobahnabfahrt an der A 20, die ebenfalls ab sofort in Betrieb gegangen ist.

Schwierige Untergrundverhältnisse und die parallel laufende Bahntrasse Lübeck-Büchen machten einen besonderen Straßenunterbau im Bereich des "Landgrabens" erforderlich.

Austermann verwies beim Startschuss für die neue Strecke auf die kommenden Bauarbeiten. "Für den zweiten Bauabschnitt von der A20-Anschlussstelle Lübeck-Süd bis nach Pogeez hat das Land inzwischen die vorbereitenden Arbeiten abgeschlossen", sagte er. Kasparick überbrachte gleichzeitig die Baubewilligung. Ab Mitte 2008 kann gebaut werden. Für die sieben Kilometer stehen 20 Millionen Euro zur Verfügung.

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