Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Sonntag, 21. Juli 2019

Ausgabe vom 28. Juli 1998

Editorial

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Endlich Sonne, endlich Hitze! Der Sommer ist da. Das Leben verlagert sich wieder nach draußen auf die Straßen. In den Büros wird's jetzt zwar ziemlich warm, doch schließlich gibt es ja Ventilatoren und weit geöffnete Fenster tragen auch dazu bei, es am Schreibtisch einigermaßen auszuhalten. Die Redaktion der Lübecker Stadtzeitung (SZ), gewissermaßen im Herzen der Stadt im Kanzleigebäude untergebracht, spürt den Puls des innerstädtischen Trubels hautnah - insbesondere nachmittags: ,,Haste 'mal 'ne Mark?" schallt's herauf von den Punks und je nach Temperament der Angesprochenen auch Antworten wie ,,Geh'doch arbeiten, du Penner!".

Jetzt hat ein Gericht geurteilt, ein generelles Bettelverbot dürfe auf öffentlichen Plätzen nicht ausgesprochen werden. Wir werden es mit Fassung tragen. Wie auch den Vorwurf, die SZ-Redakteure müßten ja ziemlich kräftig rauchen, schließlich seien die Büros öfter stark verqualmt. Geht gar nicht, könnten wir schnippisch entgegnen, denn wir beherzigen die Empfehlung, in unseren Räumen nicht zu rauchen. Einen ,,Schuldigen" für den Qualm können wir schnell präsentieren:Unsere Nachmittagsgäste

direkt unterm Fenster. Wie schön, wenn man für alles eine einfache Erklärung und einen Prügelknaben hat. Ganz wie in der Politik, da muß es, so wollen es die lange geübten Spielregeln, stets jemanden geben, der den Kopf hinhält. Ganz aktuell könnte man es das Stollmann-Phänomen nennen.Ihre SZ-Redaktion

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