Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Sonntag, 21. Juli 2019

Ausgabe vom 28. Juli 1998

Baustelle Bürgerschaftssaal

Beschallungsanlage wird installiert - Hälfte des Auftrags bleibt in Lübeck

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Tischler Frank Temeschinko von der Lübecker Firma Schulz trennt den Parkettboden im Bürgerschaftssaal heraus; Foto: M. Erz

Seit knapp einer Woche hat sich der Bürgerschaftssaal in eine Baustelle verwandelt. Denn die Installation der neuen Beschallungsanlage läuft. Nachdem Stühle und Teppich entfernt worden waren, nahmen die Handwerker den Fußboden auf, um das Leitungsnetz zu installieren und die sogenannten Bodentanks (spezielle Verteilerdosen) zu setzen.

Die neue Beschallungsanlage hatte in jüngster Zeit für Wirbel gesorgt, eine Sondersitzung des Hauptausschusses wurde einberufen. Dabei ging es insbesondere um die Auftragsvergabe. Unklar war für den CDU-Fraktionsvorsitzenden Klaus Puschaddel, aufgrund welcher Beschlußlage der Auftrag erteilt und ob Lübecker Firmen an der beschränkten Ausschreibung beteiligt worden waren.

Know-how gefragt

Ein Vertreter des Bereichs Hochbau erklärte, daß es eine beschränkte Ausschreibung gegeben habe. An dieser hätten sich vier Firmen aus Schleswig-Holstein und Hamburg beteiligt. Es seien darüber hinaus auch drei Lübecker Firmen angesprochen worden, wobei sich allerdings herausgestellt habe, daß diese nicht über die gewünschten Referenzen verfügt hätten, um die technisch sehr anspruchsvolle Beschallungsanlage installieren zu können.

Man habe sich zur Vorbereitung der Ausschreibung eines Ingenieurbüros bedient, das seit über 30 Jahren bundesweit tätig sei und entsprechendes Know-how biete. Dieser Weg sei gewählt worden, weil die Mitarbeiter des Bereichs Hochbau nicht über die in diesem Fall sehr spezifische Fachkenntnis verfügen würden.

Der Auftrag selbst wurde gemäß den Bestimmungen der Hauptsatzung vergeben. Danach entscheidet über Vergaben unter 300 000 Mark allein der Bürgermeister. Aufgrund des Zeitdrucks - die Beschallungsanlage soll in den Sommerferien installiert werden - hat Bürgermeister Michael Bouteiller vor seiner Vergabeentscheidung im Hauptausschuß ein Meinungsbild der Fraktionen über Qualität und Leistungsfähigkeit und -vermögen der Beschallungsanlage eingeholt. Selbst bei einem Auftragsvolumen über 300 000 Mark hätte die Bürgerschaft im übrigen nicht zustimmen müssen, sondern der Bauausschuß, erläuterte der Bereich Recht.

Geeignet für Kongresse

Die neue Anlage soll nicht nur den Belangen der Bürgerschaft entsprechen, sondern auch geeignet sein, kleinere Kongresse oder Tagungen ausrichten zu können. So können beispielsweise Tonaufzeichnungen direkt ins Datennetz des Rathauses eingespeist werden. Die Technik erlaubt es aber auch, jegliche weitere Komponenten, etwa eine Abstimmungsanlage, anzuschließen. Auch an Schwerhörige ist gedacht worden - für sie wird eine spezielle Schwerhörigenschleife verlegt.

Insgesamt werden Aufträge für 286 000 Mark vergeben. Darin sind die Schulungskosten zur Einweisung des Personals in die neue Anlage, aber auch Softwarekosten bereits enthalten. Rund 150 000 Mark entfallen auf die Installation der Beschallungsanlage. Diesen Auftrag hat eine auswärtige Firma enthalten, wobei die Elektroinstallation an eine Lübecker Firma geht. Von der Gesamtsumme bleibt über die Hälfte durch Auftragsvergaben in Lübeck.

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