Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 16. Juli 2019

Ausgabe vom 28. Juli 1998

IM GESPRÄCH

"Wir zeigen Entwicklungen auf"

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Heinz Meußler, 62, ist Leiter des Bereichs Statistik und Wahlen bei der Hansestadt Lübeck

Glaube nur der Statistik, die du selbst gefälscht hast: Wie gehen Sie mit diesem Vorurteil um?

Den Bereich Statistik und Wahlen stört das nicht. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erheben die Daten korrekt, ordnen sie und stellen sie wertfrei zur Verfügung.

Für wen oder was sind statistische Angaben wichtig?

Unsere "Kunden" sind Kommunalpolitiker, natürlich die städtischen Fachbereiche mit ihren Bereichen, aber auch sehr viele Interessenten aus dem privaten Bereich. Da wird beispielsweise gefragt nach der Preissteigerungsrate bei Leibrentenverträgen oder danach, wieviel Dorsche in Travemünde gefangen werden. Anfragen kommen überdies von Instituten, die Firmengründungen planen.

Wie sieht es denn da mit dem Datenschutz aus?

Wir halten uns streng an die gesetztlichen Vorschriften. Wir arbeiten die Daten ohne Ansehen der Person auf. Und so geben wir sie auch weiter. Lassen Sie mich das so erklären: In dem Moment, in dem ein Bankkassierer merkt, daß er mit Geld umgeht, sitzt er auf dem falschen Platz. So ist es auch bei uns. Wer bei uns welche Daten auch immer meldet, der weiß, daß wir mit diesen Informationen sorgfältig umgehen.

Zahlenkolonnen zusammenzustellen wirkt für den Außenstehenden immer etwas trocken und uninteressant. Was fasziniert an dieser Arbeit?

Das sind im wesentlichen zwei Dinge. Zum einen müssen die Daten korrekt erfaßt werden nach bestimmten Methoden. Das andere sind die Entwicklungen, die wir aufzeigen können, zum Beispiel bei der Bevölkerungsentwicklung oder den Altersstrukturen.

Diese Erkenntnisse sind Grundlage für Entscheidungen des 21. Jahrhunderts.

Der Neubau eines Kindergartens oder die Ausweisung eines Gewerbegebietes beispielsweise können heutzutage sinnvollerweise nur beschlossen werden, wenn man entsprechende Informationen über deren Notwendigkeit hat.

Und was ist mit Fehlerquellen?

Mit einer bestimmten Anzahl von Stichproben kann man großartige Ergebnisse erzielen. Beispiel Wahlstatistik: Wenn ich in Lübeck von den rund 170 000 Wahlberechtigten etwa 7000 Wahlberechtigte erfasse und auszähle, dann sage ich ihnen bei richtiger Erfassung dieser Daten das Wahlergebnis mit plus/minus 0,5 Prozent korrekt voraus.

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