Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 22. Juli 2019

Ausgabe vom 28. Juli 1998

Geist-Reich

Land

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Mit und von Jonas Geist

Das steinerne Lübeck, das auf Packlagern aus Findlingen ruht, liegt eingebettet in Grün. Straßenbäume wie in Berlin gibt es nicht, darin noch ganz Mittelalter, aber der, der sie in Berlin hat

systematisch pflanzen

lassen war auch der, der die aufgelassenen Wälle, die die Stadt vor der neuen Artillerie schützen sollte, in

Promenaden verwandelte - der Preußische Gartenbaudirektor Lenné, der neben Schinkel (Architektur) und von Quast (Denkmäler)

arbeitete.

Aus den Toren führen schattige Alleen in alle Richtungen, ins Holsteinische, ins Lauenburgische, das

zwischen den schrägen

Pappeln sichtbar wird wie eine ferne Fata Morgana.

An der Mündung im alten

U-Boot-Hafen liegt die "Passat" wieder so, daß sie in See stechen könnte. Hinter den Vorstädten mit ihren Gärten kommt das wellige Land,

Dünen vergleichbar, das bis zum Meer trägt - in Tälern eingebettete Dörfer, wogende Rapsfelder, Menhiren ver-

gleichbare Heuräder.

Weiter weg das Brodtener Ufer, Dassower Wiek, Ratzeburger See und der einsame Kalkfelsen von Bad Segeberg, der Kalk, der sich

mit dem gebackenen Stein der nahen Ziegeleien zu einem verwechselbaren

Gemisch verbunden hat.

Noch weiter weg die Nordsee, Elbe, Mecklenburger Seenplatte und Hohwachter Bucht mit kleinem und großem Binnensee.

Das Vogelparadies, Ziel von Tageswanderungen mit

"Natur und Heimat" in jungen Jahren. In den Gärten der angrenzenden Schlösser lagen Trophäen deutscher Unternehmungen im fernen China wie bronzene Gefäße.

Dahinter kommen andere Länder, in denen es von deutschen Zweitwohnsitzen auch in schwimmender Form nur so wimmelt.

Zuhause ist es langweilig

geworden.

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