Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 23. Juli 2019

Ausgabe vom 28. Juli 1998

Die lustige Witwe

Vierte Sommeroperette auf der Freilichtbühne

Als Michael P. Schulz und Ernst R. Barthel die Freilichtbühne in den Wallanlagen wiederbelebten und 1995 die Lübecker Sommeroperette gründeten, erwies sich das Unternehmen auf Anhieb als Erfolg:"Der Vetter aus Dingsda" (Künneke). "Gräfin Mariz"(Kalman) und "Der Zigeunerbaron!" (Strauß) erwarben sich nacheinander die Gunst des Publikums. Nun also fügen sie einen weiteren großen Namen der Goldenen Operettenzeit hinzu - Franz Lehar mit seinem unvergänglichen Hit "Die Lustige Witwe".

Diplomatische Verwicklungen

Lehar komponierte diese Operette 1905, und er hatte nichts dagegen, ihren Inhalt in seiner Gegenwart anzusiedeln. War sie doch lebenszugewandt wie jene Hanna Glawari, die millionenschwere lustige Witwe aus einem Balkan-Phantasiestaat, die in Paris ihr Dasein in vollen Zügen genießt. Aber da gibt es diplomatische und Herzens-Verwicklungen:Der pontevidrinische Gesandte soll verhindern, daß Madame Glawari einen Ausländer heiratet - um ihr Vermögen im Lande zu halten - und schickt seinen Sekretär Graf Danilo ins Gefecht . . .

Seit bald einem Jahrhundert sind die Melodien bekannt, die Lehar auf die Texte von Victor Léon und Leo Stein vertont hat:"Da geht ich ins Maxim", "Ja, das Studium der Weiber ist schwer", "Komm'in den kleinen Pavillon" und das Vilja-Lied sind nur einige, die teils mit Sentiment, teils mit schmissigem Rhythmus unterhalten.

Michael P. Schulz hat die Inszenierung der "Lustigen Witwe" übernommen und auch für die Kostümausstattung gesorgt. Christian Martinu hat die Choreographie geschaffen und Birte Katrin Lensch studiert die Tänze ein - denn eine Operette in Frankreichs Metropole ist ohne Ballett-Einlagen nicht zu denken - und Volker Linhardt präpariert den Chor. Die musikalische Leitung der Aufführung liegt einmal mehr in den bewährten Händen des im Metier erfahrenen Ernst R. Barthel, der das Orchester der Lübecker Sommeroperette dirigiert.

"Die lustige Witwe" ist nicht nur ein Ausstattungswerk, sondern verlangt ein großes Ensemble. Intendant Schulz hat es wieder mit Sorgfalt zusammengestellt. In den zentralen Partien sind sind Sabine Schnitzer (Hanna Glawari) und Gabriel Brook (Graf Danilo) zu erleben. Wie in den vergangenen Jahren gibt die Produktion vor allem dem Nachwuchs eine Chance, Bühnenerfahrung zu erwerben. So sind unter den weiteren 19 Rollen unter anderem Studierende der Musikhochschule dabei, die sich teils bereits mehrfach als große Talente ausgezeichnet haben.

Am Freitag Premiere

Premiere ist am kommenden Freitag, 31. Juli, um 20 Uhr auf der Freilichtbühne in den Wallanlagen. Es gibt sieben weitere Vorstellungen zur selben Anfangszeit am 1., 7., 8., 15., 21. und 28. August sowie am 20. August , dann jedoch bereits um 18 Uhr. Karten gibt es an den bekannten Vorverkaufsstellen sowie an der Abendkasse. Eine Ticket-Hotline hat der Veranstalter "Theater & Musik" in Sievershütten unter Telefon (04194) 75 69 eingerichtet.

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