Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 19. Juli 2019

Ausgabe vom 28. Juli 1998

Theaterporträts

Der Zufall half

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Maria Koler; Foto: TL

Die Sängerin Maria Koler

In dieser Rubrik stellen wir jede Woche ein Mitglied des Ensembles am Theater Lübeck vor. Heute: Die Sängerin Maria Koler

Eigentlich wollte sie Geigerin werden. Aber wie so häufig, kam es auch im Leben von Maria Koler anders. Als sie ihre Familie, alles hochbegabte Musiker, in der polnischen Kleinstadt nahe Lublin verließ, um an der Musikhochschule in Krakau sich auf ihrem Instrument zu vervollkommen, entdeckte sie die Möglichkeiten ihrer Stimme und sattelte um. Da es aber in Krakau kein Aufbaustudium gab, mußte der Zufall in Person von Hellmuth Rilling helfen:Der bekannte Dirigent gastierte mit seiner Bach-Akademie in Krakau, erhielt Maria Koler als Solistin in der h-moll-Messe - und verschaffte ihr eine Einladung nach Stuttgart. Das Stipendium reichte nicht lange. Doch da nahm eine Gesangspädagogin die junge Altistin unter ihre Fittiche, holte sie an die Mannheimer Hochschule, wohin Maria Kolers ebenfalls Gesang studierender Mann ihr folgte.

Maria Kolers Vorbild ist Maria Callas. Und sie lebt nach deren Maxime, die auch ihre Mannheimer Lehrerin beherzigt:,,Sänger ist kein Beruf, sondern eine Leidenschaft." Zur Leidenschaft auf der Bühne gehört aber auch die Symbiose von Singen und Spielen - und das konnten die Freunde des Musiktheaters der jungen Frau mit der dunkel timbrierten Stimme erfahren:Muse/Niklas in ,,Hoffmanns Erzählungen", Prinz Orlowsky in der ,,Fledermaus", den Orpheus, Cherubin in ,,Figaros Hochzeit" und Susuki in ,,Madama Butterfly". ,,Das sind Partien, mit denen man anfängt - die dramatischen kommen später", weiß Maria Koler ihr Glück zu fassen, gleich beim zweiten Vorsingen ein Engagement erhalten zu haben.

Zu Susuki, Orlowsky und Hänsel kommen in der nächsten Spielzeit Partien in ,,Die Liebe zu den drei Orangen" und ,,Falstaff". Auf eine der ersehnten Rossini-Rollen (,,Ich möchte doch auch meine Koloraturen zeigen können") muß die sympathische Maria Koler, zumindest in Lübeck, noch ein weiteres Jahr warten.Güz

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